02 April 2026, 14:06

Dramatischer Anstieg: Jeder zweite Jugendliche erlebt digitale sexualisierte Gewalt

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die verschiedene Prozentanteile von minderjährigen Teenagern je Bundesstaat anzeigen, mit Text unten, der besagt: "Minderjährige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden."

Dramatischer Anstieg: Jeder zweite Jugendliche erlebt digitale sexualisierte Gewalt

Eine aktuelle Studie zeigt einen dramatischen Anstieg digitaler sexualisierter Gewalt gegen junge Menschen in Deutschland. Fast die Hälfte der 14- bis 25-Jährigen gab an, im Jahr 2025 Online-Missbrauch erlebt zu haben. Die Ergebnisse unterstreichen die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Minderjährigen in digitalen Räumen.

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Die Jugendsexualitätsstudie, durchgeführt vom Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit, ergab, dass 64 Prozent der jungen Menschen bereits nicht-körperliche sexualisierte Gewalt im Internet erfahren haben. Dazu gehörten 24 Prozent, die unerwünschte sexuelle Bilder erhielten, sowie fast ein Viertel, das von Cybergrooming betroffen war – ein Phänomen, bei dem Täter gezielt das Vertrauen von Kindern aufbauen, um sie anschließend auszubeuten.

Cybergrooming ist jedoch nur eine Form digitalen Missbrauchs. Viele Vorfälle ereignen sich auch in Freundeskreisen oder Klassenchats, oft unter Gleichaltrigen. Fachleute nennen mehrere Ursachen: mangelnde elterliche Aufsicht, das Bedürfnis junger Menschen nach Zugehörigkeit sowie die leichte Verbreitung expliziter Inhalte im Netz.

Als Reaktion leitete Yasmina Ramdani in Thüringen ein dreijähriges Pilotprojekt, das von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz gefördert wurde. Die bundesweit einzigartige Initiative bot Präventionsworkshops für rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse an. Zwar erkennen Lehrkräfte die Bedeutung des Themas, doch viele fühlen sich nicht ausreichend gerüstet, um solche Fälle angemessen zu bearbeiten.

Die Daten von 2025 verdeutlichen das Ausmaß der Online-Gefahren, denen junge Menschen heute ausgesetzt sind. Schulen und Behörden stehen nun unter Druck, ihre Präventionsmaßnahmen zu verstärken. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen warnen Expertinnen und Experten, dass sich digitale sexualisierte Gewalt weiter ausbreiten könnte.

Quelle