Bündnis für Fortschritt in NRW steht vor Richtungswahl zwischen Geisel und Hunko
Anna KrauseBündnis für Fortschritt in NRW steht vor Richtungswahl zwischen Geisel und Hunko
Bündnis für Fortschritt in NRW vor Richtungsentscheidung zwischen zwei gegensätzlichen Kandidaten
Im nordrhein-westfälischen Landesverband des Bündnisses für Fortschritt (BfF) steht eine entscheidende Personalie an: Die Mitglieder müssen sich zwischen zwei grundverschiedenen Persönlichkeiten entscheiden – Thomas Geisel, ehemaliger Düsseldorfer Oberbürgermeister und heutiges Mitglied des Europaparlaments, sowie Andrej Hunko, ein Politiker, der für seine konsequente Friedenspolitik bekannt ist. Die Wahl wird die künftige Ausrichtung der Partei im Land prägen.
Geisel inszeniert sich als pragmatischer Realpolitiker und hat sich innerhalb des BfF für interne Reformen starkgemacht. Sein Profil als Ex-Oberbürgermeister hebt ihn deutlich von Hunko ab. Doch seine Aussichten, gemeinsam mit Amid Rabieh die Parteispitze zu übernehmen, gelten als gering – nicht zuletzt wegen seiner aktuellen Rolle in der Partei und des Einflusses des Umfelds von Sahra Wagenknecht.
Hunko hingegen gilt als klarer Favorit und wird voraussichtlich mit großem Vorsprung die Wahl für sich entscheiden. Seine unveränderte Haltung in Friedensfragen hat ihm breite Unterstützung eingebracht, darunter vom Landesgeschäftsführer und dem Jugendverband der Partei. Ein Sieg Hunkos könnte die internen Debatten beruhigen und dem BfF ermöglichen, sich auf seine politische Agenda zu konzentrieren.
Die Anhänger Wagenknechts haben bereits signalisiert, dass sie auch unter Hunkos Führung weiterhin eigenständig agieren werden. Dennoch bleiben Fragen zu ihrem langfristigen Erfolg – schließlich ist ihre Bilanz sowohl in der Linken als auch im BfF gemischt. Über Katja Wolf, die politische Vertreterin des Bündnisses in Ostdeutschland, ist dagegen wenig bekannt; Details zu ihrem Werdegang bleiben vage.
Die anstehende Führungskrise wird zeigen, ob sich das BfF in NRW eher an Geisels reformorientiertem Kurs oder an Hunkos etablierter Friedenspolitik ausrichtet. Ein deutlicher Sieg Hunkos könnte die inneren Machtverhältnisse stabilisieren. Gleichzeitig wird sich erweisen, wie viel Gewicht Wagenknechts Flügel in den kommenden Monaten noch hat.






