"Zwei Hasen auf einmal" glänzt in Nischni Nowgorod mit Art-Déco-Charme und Slapstick
Anna Schmitz"Zwei Hasen auf einmal" glänzt in Nischni Nowgorod mit Art-Déco-Charme und Slapstick
Theater Komödie in Nischni Nowgorod inszeniert frische Interpretation von Zwei Hasen auf einmal
Das Theater Komödie in Nischni Nowgorod präsentiert eine neuartige Bühnenfassung von Zwei Hasen auf einmal, der klassischen Geschichte von verwickelten Liebesverwirrungen. Unter der Regie und Choreografie von Anna Feketa entführt die Produktion das Publikum ins Odessa der 1920er-Jahre – eine Mischung aus Humor, Musik und dem Charme des Art Déco. Die Inszenierung bleibt dem ursprünglichen Handlungsstrang treu, verleiht ihm jedoch eine moderne, visuell beeindruckende Note.
Im Mittelpunkt steht Pronja, gespielt von Polina Loboda, eine naive junge Frau, die sich durch ein Wirrwarr missglückter Heiratsvermittlungen kämpft. An ihrer Seite agiert Swirid Petrowitsch Golochwastow, ein schlauer Barbier und Schlawiner, den Maksim Michaljow mit Leben füllt. Ihre chaotischen Pläne entfalten sich vor dem Hintergrund vertrauter, volksmusikinspirierter Lieder, die nahtlos in die Handlung verwoben sind.
Olga Konowalowa übernimmt die Rolle der schlagfertigen Magd Chimka, die als Stimme der Vernunft durch das Stück führt. Zu den Höhepunkten der Aufführung zählt eine groteske Hochzeitsszene im Haushalt der Silbermans, in der die Absurdität der Figurenpläne ihren Höhepunkt erreicht. Alexander Nedelkos Bühnenbild im Stil des Art Déco unterstreicht den zeitlosen Charme der Inszenierung und rahlt die Handlung in kühne, stilisierte Bilder ein.
Während die Handlung auf ein allseits glückliches Ende zusteuert, lassen die Macher Raum für Zweifel – war alles nur eine Illusion? Feketas Regie vereint slapstickhafte Energie mit Momenten der Wärme und sorgt so für eine unterhaltsame, zugleich aber auch zum Nachdenken anregende Produktion.
Die Version des Komödie-Theaters von Zwei Hasen auf einmal verbindet Nostalgie mit Innovation und bleibt dem Original treu, bietet dabei jedoch ein glanzvolles, musikdurchdrungenes Erlebnis. Mit lebendigen Darbietungen, cleverer Bühnengestaltung und einem verspielt-leichten Ton lädt das Stück das Publikum zu einem Abend voller Lachen ein – und regt vielleicht dazu an, die Realität des heiteren Finales zu hinterfragen.
