14 March 2026, 18:07

Willich streicht Kita-Plätze: Weniger Betreuung für Familien in Nord-Willich

Ein großes abgerissenes Gebäude in einer Stadt umgeben von anderen Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willich streicht Kita-Plätze: Weniger Betreuung für Familien in Nord-Willich

Willich kürzt sein Angebot an Kinderbetreuungsplätzen – bedingt durch sinkende Nachfrage und Haushaltszwänge. Bis 2029 rechnet die Stadt mit 440 freien Plätzen mehr als benötigt, was zu Schließungen und Verlegungen führt. Eltern in den nördlichen Stadtteilen stehen dadurch jedoch weniger Betreuungsmöglichkeiten vor Ort zur Verfügung.

Die Kita Alperhof erhält keinen Neubau am bisherigen Standort. Stattdessen zieht sie in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um und ersetzt dort die alte Einrichtung. Die Fahrt vom alten zum neuen Standort dauert mit dem Auto neun Minuten, mit dem Bus sechzehn Minuten.

Die Kita St. Irmgardis schließt zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027 ihre Türen. Ab 2027/2028 übernimmt die Kita Villa Kunterbunt das modernisierte und vergrößerte Gebäude. Durch den Umzug können die Betreuungsangebote ausgeweitet werden, darunter Mittagsverpflegung und Ganztagsbetreuung.

Das Übergangsprojekt Schatzkiste des DRK wird bis zum 31. Juli 2026 geschlossen. Die AWO-Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält ihre freiwillige Förderung noch bis zum 31. Juli 2027. Danach plant die Stadt Gespräche mit dem Träger über eine mögliche Schließung.

Demografische Entwicklungen tragen zu diesen Veränderungen bei: Zwischen 2015 und 2025 blieben die Geburtenraten in Nord-Willich stabil oder sanken leicht – auf etwa 1,4 bis 1,6 Kinder pro Frau. Das Durchschnittsalter stieg von 42 auf 46 Jahre, während junge Familien wegzogen. Viele entscheiden sich heute später für Kinder, oft erst nach dem 30. Lebensjahr, und legen Wert auf bessere Infrastruktur und flexible Arbeitsmöglichkeiten.

Die Stadt und die kirchlichen Träger werden die Betreuungsplanung weiterhin anpassen, sobald es erforderlich ist.

Die Veränderungen führen dazu, dass Nord-Willich weniger Kita-Plätze anbietet – was die Attraktivität der Region für junge Familien mindert. Die Stadt betont, dass die Anpassungen aufgrund der geringeren Nachfrage und finanzieller Engpässe notwendig seien. Aktuell sind keine weiteren neuen städtischen Kitas geplant.

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