Wie ein Familienbetrieb aus Duschwasser wertvolle Wärme gewinnt und die Energiewende vorantreibt
Anna SchmitzWie ein Familienbetrieb aus Duschwasser wertvolle Wärme gewinnt und die Energiewende vorantreibt
Deutschland treibt lokale Lösungen zur Wärmerückgewinnung voran – mit Unternehmen und Kommunen an der Spitze. Energiekonzerne wie Veolia, E.ON und RWE bauen Systeme aus, die aus Müllverbrennung und Abwasser nutzbare Wärme gewinnen. Gleichzeitig sorgt ein kleines Unternehmen in der Branche mit einem innovativen Ansatz für Aufmerksamkeit: Es nutzt eine unerwartete Quelle zur Energieeinsparung – das Duschwasser.
Über 25 Jahre lang arbeitete Steffen Nittbaur als Industrieingenieur bei Mercedes-Benz. Nach einem Aufhebungsvertrag beschloss er, etwas Neues zu wagen. Gemeinsam mit seinem Sohn Valentin gründete er 2021 die Unocconi GmbH.
Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen – eine Methode, die Wissenschaftler zu den effizientesten Wegen zählen, um in Gebäuden Energie zu sparen. Während diese Technologie in anderen europäischen Ländern bereits verbreitet ist, bleibt sie in Deutschland noch selten. Regulatorische Hürden haben ihre Einführung gebremst, obwohl die Vorteile längst bewiesen sind. Bevor Nittbaur das Unternehmen gründete, schloss er ein berufsbegleitendes Masterstudium der Umweltwissenschaften ab. Sein Fachwissen hilft Unocconi nun, eine Lösung zu fördern, die den Energieverlust in Haushalten und Betrieben deutlich reduzieren könnte. Auch die Bundesregierung unterstützt ähnliche Projekte: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und die Deutsche Energie-Agentur (dena) fördern Initiativen wie die Wärmewende, um den Wandel bis 2025 zu beschleunigen.
Unocconis Ansatz steht für einen wachsenden Trend: die Umwandlung übersehener Ressourcen in Energieeinsparungen. Mit der Unterstützung großer Konzerne und staatlicher Programme könnte die dezentrale Wärmerückgewinnung bald eine größere Rolle in der deutschen Energiewende spielen. Die Effizienz der Methode und ihre Erfolge im Ausland deuten darauf hin, dass sie sich künftig auch in deutschen Gebäuden als Standard durchsetzen könnte.