08 January 2026, 14:17

Wegners Tennis-Skandal: Berlins Bürgermeister in der Vertrauenskrise

Ein Mann mit Brille, T-Shirt, Mütze und Schuhen spielt Tennis.

Kann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Skandal: Berlins Bürgermeister in der Vertrauenskrise

Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während Stromausfalls in die Kritik

Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, nachdem er eingeräumt hat, während eines großflächigen Stromausfalls Tennis gespielt zu haben. Der Blackout hatte rund 100.000 Haushalte stundenlang ohne Strom zurückgelassen und bei politischen Gegnern Empörung ausgelöst. Mittlerweile fordern drei Parteien seinen Rücktritt, während andere seine Führung in der Krise infrage stellen.

Der Stromausfall begann in den frühen Morgenstunden des Samstags und legte weite Teile der Stadt lahm. Gegen Mittag stand Wegner jedoch für etwa eine Stunde auf dem Tennisplatz – fünf Stunden nach Beginn der Störung. Zunächst hatte er behauptet, den gesamten Tag von seinem Homeoffice aus die Krisenbewältigung koordiniert zu haben.

Die Opposition griff die Enthüllung sofort auf und warf ihm vor, Freizeitaktivitäten über die Krisenbewältigung gestellt zu haben. Die AfD, die BSW und die FDP verlangten seinen Rücktritt, während sich weitere Fraktionen der Verurteilung seiner Handlungsweise anschlossen. Unterdessen arbeiteten die Einsatzkräfte – oft wenig beeindruckt von politischen Besuchen in Notlagen – unvermindert weiter. Trotz der Kontroverse konnte die Stromversorgung bereits einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt werden. Schwerwiegende Verletzungen gab es nicht, und Experten betonten, dass Berlins Infrastruktur nicht anfälliger sei als die Netze in anderen deutschen Regionen. Dennoch verlagerte sich der Fokus von der erfolgreichen Bewältigung der Krise auf Wegners persönliches Verhalten. Oppositionspolitiker versuchen nun, jede Darstellung der Blackout-Bewältigung als politischen Erfolg für Wegners Koalition zu blockieren. Der Vorfall zeigt, wie öffentliche Debatten oft weniger die tatsächliche Leistung als vielmehr wahrgenommene Fehltritte in den Mittelpunkt rücken.

In allen betroffenen Bezirken kehrte der Strom früher als erwartet zurück, ohne dass es zu langfristigen Schäden kam. Doch die politischen Folgen des Vorfalls halten an: Wegners Tennispartie überlagert die fachliche Lösung des Problems. Die Affäre unterstreicht, wie persönliche Entscheidungen die Diskussion dominieren können – selbst wenn die zugrundeliegende Krise effizient bewältigt wurde.