VRR schafft Stufentickets ab – doch die Preise explodieren für Pendler
Maximilian MaierVRR schafft Stufentickets ab – doch die Preise explodieren für Pendler
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellt Stufenpreissystem bis 2026 ein – Digitaltickets wie "Eezy" sollen günstigere Alternative bieten
Bis 2026 wird der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sein bewährtes Zweistufentarif-System abschaffen. Stattdessen sollen Fahrgäste vermehrt digitale Lösungen nutzen, darunter das "Eezy"-Ticket, das der Verbund als kostengünstigere Option bewirbt. Doch die Umstellung sorgt bereits jetzt für Kritik – vor allem wegen befürchteter Preissteigerungen und mangelnder Barrierefreiheit.
Ab 2026 entfällt die bisherige Tarifstruktur mit zwei Preisstufen. Reisende werden dann auf digitale Tickets wie das "Eezy"-Abo verwiesen, das laut VRR die Fahrtkosten senken soll. Doch Fahrgastverbände üben scharfe Kritik: Sie warnen, dass Menschen ohne Smartphone oder Internetzugang benachteiligt werden. Auch der Verkehrclub Deutschland (VCD) zweifelt an, ob Fahrten im neuen System für alle bezahlbar bleiben.
Besonders betroffen sind Kurzstreckenpendler. Die Preise für Fahrten in benachbarte Städte steigen drastisch – von bisher 3,60 Euro auf künftig 7,80 Euro. Diese Verdopplung der Kosten hat eine politische Debatte über die Tarifpolitik des VRR und seine langfristige Rolle im regionalen Nahverkehr ausgelöst.
Der VCD stellt zudem die weitere Mitgliedschaft der Stadt Solingen im VRR infrage. Höhere Ticketpreise könnten demnach noch mehr Pendler ins Auto treiben – und so die Ziele des ÖPNV-Ausbaus untergraben.
Mit dem Aus für die Stufentickets und dem Vorantreiben digitaler Alternativen steht den Fahrgästen im VRR-Gebiet ein tiefgreifender Wandel bevor. Angesichts stark steigender Preise entzündet die Reform bereits jetzt Streitfragen: Wie sozialverträglich, zugänglich und zukunftsfähig soll der öffentliche Verkehr in der Region sein?






