03 February 2026, 22:32

Ver.di-Warnstreiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW lahm – was Eltern jetzt wissen müssen

Ein Plakat mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund zeigt die Aufschrift "Kinderschutz ist eine nationale Bedrohung - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen". Es zeigt eine Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die gemeinsam stehen.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Ver.di-Warnstreiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW lahm – was Eltern jetzt wissen müssen

Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di sorgen für Einschränkungen in sozialen Einrichtungen Nordrhein-Westfalens

In dieser Woche werden Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di den Betrieb in sozialen Einrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen beeinträchtigen. Am Mittwoch, dem 4. Februar, müssen Kitas und Pflegeeinrichtungen in mehreren Städten mit Schließungen oder eingeschränktem Service rechnen. Arbeitgeber haben die Forderungen der Gewerkschaft bereits als unrealistisch zurückgewiesen und sie als "PR-Gag" bezeichnet, der die Haushaltslage ignoriert.

Die Streiks beginnen am Mittwoch: In Essen beteiligen sich 23 AWO-Kindertageseinrichtungen an der Aktion. Einige werden Gruppen zusammenlegen, eine Notbetreuung anbieten oder komplett schließen. Ähnliche Beeinträchtigungen sind im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis zu erwarten, wo weitere Kitas und Pflegeheime betroffen sein werden. In Köln sind ebenfalls AWO-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen, wobei in Pflegeheimen jedoch eine Grundversorgung der Bewohner aufrechterhalten wird.

Für denselben Tag sind Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln geplant. Die Proteste fallen zusammen mit den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst, an denen auch Beamte beteiligt sind. Am Donnerstag, dem 5. Februar, weiten sich die Warnstreiks auf Ostwestfalen-Lippe aus. Dann kommt es zu Einschränkungen in Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Verwaltungsbüros und Schulhortprogrammen. Zudem ist eine Demonstration in Herford vorgesehen.

Ver.di fordert für alle AWO-Beschäftigten eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro sowie einen Zuschlag von 300 Euro für Auszubildende. Die Gewerkschaft verlangt zudem bessere Ausbildungsbedingungen und drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder. Die Arbeitgeber lehnen diese Forderungen jedoch kategorisch ab. Sie argumentieren, die geforderten Steigerungen seien "völlig überzogen" und unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar.

Die Streiks werden zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Kinderbetreuung und Altenpflege in der gesamten Region führen. Zwar bieten einige Einrichtungen eine eingeschränkte Notfallbetreuung an, doch viele Eltern und Familien müssen sich nach Alternativen umsehen. Die Forderungen der Gewerkschaft und die Haltung der Arbeitgeber bleiben unvereinbar – letztere bestehen darauf, dass die finanzielle Belastung nicht tragbar sei.