28 January 2026, 12:09

Traditionsbetrieb Laumann startet nach Insolvenz mit neuem Konzept durch

Eine Zeichnung einer Fabrik mit einer großen zentralen Maschine, umgeben von verschiedenen Geräten, einem Wagen, einem Tisch, einem Stuhl, einer Tafel mit der Aufschrift "American Foundry Equipment Co, Indiana", Fenstern und Deckenlampen.

Traditionsbetrieb Laumann startet nach Insolvenz mit neuem Konzept durch

Laumann, traditioneller Metallverarbeiter aus Hörstel, startet nach Insolvenz neu durch

Der langjährige Metallverarbeitungsbetrieb Laumann aus Hörstel hat die Insolvenz überwunden und wird am 1. Februar 2026 seinen Betrieb wiederaufnehmen. Das Unternehmen hatte Ende 2024 in Eigenverwaltung Insolvenz angemeldet, nachdem es mit stark gestiegenen Energiekosten, höheren Löhnen und einem drastischen Auftragsrückgang zu kämpfen hatte. Trotz der Herausforderungen ermöglicht die erfolgreiche Restrukturierung nun einen Neuanfang unter neuer Führung.

Die Probleme begannen bereits im vergangenen Jahr, als Laumann mit explodierenden Kosten und nachlassender Nachfrage konfrontiert war. Bis Ende 2024 blieb dem Betrieb keine andere Wahl, als Insolvenz anzumelden. Im Rahmen des Verfahrens kam es zu tiefgreifenden Einschnitten, darunter der Abbau von etwa der Hälfte der 100 Beschäftigten.

Während der Umstrukturierung hielt das Unternehmen die Kommunikation mit Mitarbeitenden und wichtigen Kunden aufrecht. Dieser offene Austausch half, Vertrauen und Rückhalt in einer schwierigen Phase zu bewahren. Ralf Ossege und Kevin Stockel übernahmen die Geschäftsführung – begleitet von einem Insolvenzverwalter – und gestalteten die Abläufe neu, um langfristige Stabilität zu sichern.

Der Neustart konzentriert sich auf die traditionellen Produktlinien von Laumann, allerdings mit schlankeren Strukturen. Die neue Führung berichtet, dass die Auftragsbücher bereits vor der offiziellen Wiedereröffnung gut gefüllt seien. Gleichzeitig warnt die DGB-Region Münsterland vor einer möglichen Welle von Insolvenzen in der Region und verweist auf die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete Münsterland rund 500 Unternehmenspleiten, besonders betroffen waren die Kreise Steinfurt und Warendorf.

Die Rückkehr von Laumann markiert eine Wende nach monatelanger finanzieller Unsicherheit. Die neuen Eigentümer haben die Prozesse verschlankt und frühzeitig Aufträge gesichert – ein vorsichtig optimistisches Signal für die Zukunft. Doch die gesamte Region bleibt wirtschaftlich unter Druck, und Gewerkschaften warnen vor weiteren Betriebsstilllegungen in den kommenden Monaten.