31 January 2026, 20:06

Traditionelle Apotheken kämpfen gegen die Macht von T Online und Co.

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Apotheke mit einer Theke, auf der verschiedene Gegenstände stehen und Regalen im Hintergrund, die mit Flaschen und anderen Gegenständen gefüllt sind.

Traditionelle Apotheken kämpfen gegen die Macht von T Online und Co.

Deutsche Apotheken vor Ort unter Druck – Online-Konkurrenz wächst rasant

Die heimischen Apotheken in Deutschland stehen vor wachsenden Herausforderungen, während digitale Konkurrenten wie Shop Apotheke immer stärker expandieren. T Online, eine der führenden Online-Apotheken, hat mit verschreibungspflichtigen Medikamenten bereits einen Umsatz von einer halben Milliarde Euro erzielt und baut nun ein neues, KI-gestütztes Logistikzentrum auf. Traditionelle Apotheker wie die Familie Olgemöller hingegen betonen, dass die Abgabe von Medikamenten Fachwissen erfordert – und nicht durch Automatisierung ersetzt werden kann.

Der Erfolg von T Online basiert auf hochgradig automatisierten Systemen, die bis zu 2.000 der gängigsten Arzneimittel ausgeben können. Aktuell entsteht ein nahezu vollständig automatisiertes Zentrum, um noch mehr Bestellungen abwickeln zu können. Zudem profitiert das Unternehmen von einer Ausnahmegenehmigung zum Rabattverbot für verschreibungspflichtige Medikamente – und kann so lokale Apotheken preislich unterbieten. Mit der Einführung des E-Rezepts rechnet T Online mit einem weiteren Wachstumsschub, unterstützt durch eine groß angelegte Werbekampagne mit TV-Moderator Günther Jauch.

Für inhabergeführte Apotheken sieht die Lage dagegen düster aus. Jan und Janet Olgemöller betreiben die Wasserturm-Apotheke in Essen – eine von nur noch drei Apotheken in ihrem Stadtteil. Sie warnen, dass veraltete Gebührenstrukturen und eine Politik, die ausländische Großkonzerne begünstigt, lokale Apotheken an den Rand des Ruins treiben. Gleichzeitig kritisieren sie den Boom der Online-Anbieter: Komplexe medizinische Beratung lasse sich nicht durch Algorithmen ersetzen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, haben die Olgemöllers eine eigene App entwickelt und ihr Angebot um Impfungen und Blutdruckmessungen erweitert.

Deutschland verfügt bereits über eine der niedrigsten Apothekendichten Europas – aktuelle Zahlen, wie sich das E-Rezept-System 2024 auf die Bestandszahlen auswirkt, liegen jedoch noch nicht vor. Die Umstellung hat dazu geführt, dass vor Ort tätige Apotheker zunehmend Notfälle bewältigen müssen – bei gleichzeitig schrumpfenden Ressourcen.

Der Wettstreit zwischen Online- und Präsenzapotheken verschärft sich zusehends. Während T Online mit seinem automatisierten Modell und günstigeren Preisen klar im Vorteil ist, kämpfen traditionelle Apotheker ums Überleben. Die Olgemöllers und viele ihrer Kollegen wehren sich – doch die Zukunft der deutschen Nachbarschaftsapotheken bleibt ungewiss.