Thyssenkrupp kämpft mit Stahlkrise – doch die Aktie steigt um 133 %
Anna KrauseThyssenkrupp kämpft mit Stahlkrise – doch die Aktie steigt um 133 %
Thyssenkrupp steht vor einer turbulenten Phase im EUR/USD-Wertpapiermarkt, da die Stahlsparte mit schweren Verlusten und Umstrukturierungen kämpft. Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro – vor allem wegen der anhaltenden Probleme im Stahlgeschäft. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnet die Thyssenkrupp Aktie einen bemerkenswerten Aufstieg: Innerhalb des letzten Jahres stieg sie um 133,70 %.
Die Stahlsparte bleibt die größte Belastung für den Konzern. Die Produktionskapazität soll auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahl sinken. Billige Importe aus Asien zwangen zu einer Reduzierung auf nur noch 50 Prozent der Kapazität, was die Marktposition von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) weiter schwächt. Die Umsätze gingen um 5,6 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro zurück, während geringe Nachfrage und Preisdruck die Lage zusätzlich verschärfen.
Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von TKSE laufen noch. Berichten zufolge könnte der Deal bis zu 3.000 Stellenstreichungen umfassen – eine Forderung, die auf massive Kritik stößt. Hunderte Mitarbeiter, unterstützt von der IG Metall, protestierten kürzlich gegen die Ausschüttung einer Dividende und nannten sie ein "katastrophales Signal", das den Kern des Unternehmens untergrabe.
Unterdessen billigten die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für 2024/2025, was insgesamt rund 93 Millionen Euro entspricht. Die Aktie blieb jedoch widerstandsfähig: Am Freitag schloss sie bei 11,29 Euro – nach einem Plus von 21,74 Prozent im vergangenen Monat. Thyssenkrupp bekräftigte zudem seine langfristige Umstrukturierung im Rahmen des Plans "ACES 2030" und verwies auf den Börsengang von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) als wichtigen Schritt. Detaillierte Leistungsdaten zu TKMS nach dem IPO liegen jedoch noch nicht vor.
Der Zwischenbericht für das erste Quartal 2025/2026 soll am 12. Februar 2026 veröffentlicht werden.
Die Stahlsparte belastet weiterhin die finanzielle Perspektive von Thyssenkrupp, wobei Stellenabbau und Produktionskürzungen wahrscheinlich sind. Die Aktienperformance steht im scharfen Kontrast zu den operativen Schwierigkeiten – ein Zeichen für das Vertrauen der Anleger in die Gesamtstrategie des Konzerns. Der anstehende Zwischenbericht könnte weitere Klarheit über den Fortschritt der Restrukturierung und die Marktposition bringen.