04 April 2026, 10:06

THTR-300 in Hamm: Stilllegung verzögert sich bis 2030 nach neuem Urteil

Liniengraph, der die nuclear-generierte Elektrizität von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

THTR-300 in Hamm: Stilllegung verzögert sich bis 2030 nach neuem Urteil

Stilllegung des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR-300) in Hamm: Weitere juristische Rückschläge

Die Stilllegung des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR-300) in Hamm, Nordrhein-Westfalen, hat einen weiteren rechtlichen Dämpfer erhalten. Ein aktuelles Urteil bestätigte, dass weder das Land noch der Bund zusätzliche Kosten für die Abschaltung tragen müssen. Die Anlage, einst mit einer Leistung von 300 Megawatt, befindet sich seit 36 Jahren im sicheren Einschluss – die vollständige Stilllegung verzögert sich nun mindestens bis 2030.

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Der mit erheblichen öffentlichen Mitteln finanzierte THTR-300 kostete die Steuerzahler rund 1,5 Milliarden Euro. Der Bund steuerte 1,284 Milliarden Euro bei, das Land Nordrhein-Westfalen 233 Millionen Euro. Trotz dieser Investitionen lief der Reaktor nur 423 Tage unter Volllast, bevor er am 1. September 1989 nach 125 meldepflichtigen Zwischenfällen abgeschaltet wurde.

Seit der Schließung beliefen sich die Stilllegungskosten auf etwa 441 Millionen Euro. Davon übernahm der Bund 133 Millionen Euro, das Land 152 Millionen Euro und die Betreibergesellschaft 156 Millionen Euro. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass keine weiteren öffentlichen Gelder für zusätzliche Ausgaben bereitgestellt werden.

Die bestrahlten Brennelemente – rund 675.000 Kugeln – lagern in 305 Castor-Behältern im Zwischenlager Ahaus (ZAB). Stand 2026 sind 304 Behälter mit dem Abfall befüllt, einer wurde leer zurückgegeben. Die Anlage selbst befindet sich seit 1989 im sicheren Einschluss, der aufgrund technischer Probleme – darunter gebrochene Haltebolzen in der Heißgasleitung – nun bis 2027 verlängert wurde.

Auch finanziell gibt es Turbulenzen: Im September 2025 stellte das Amtsgericht Dortmund die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG) unter vorläufige Insolvenzverwaltung.

Die Stilllegung des THTR-300 bleibt ein langwieriger und kostspieliger Prozess. Da die Lagerung des Atommülls weitergeht und rechtliche Wege für zusätzliche Finanzmittel versperrt sind, wird der vollständige Rückbau nun für 2030 angestrebt. Die finanzielle Last trägt weiterhin die bisherigen Geldgeber, während das Erbe des Reaktors in Zwischenlagern fortbesteht.

Quelle