Wie Sie in den letzten fünf Jahren vor der Rente hunderte Euro mehr sichern können
Anna KrauseWie Sie in den letzten fünf Jahren vor der Rente hunderte Euro mehr sichern können
Die letzten fünf Jahre vor dem Renteneintritt können einen großen Unterschied bei den monatlichen Rentenauszahlungen machen. Schon kleine Änderungen bei den Beiträgen oder im Arbeitsverhalten in dieser Phase können die spätere Rente um hunderte Euro erhöhen. Wer sich jetzt mit den Regeln vertraut macht, kann später einen finanziell sorgenfreieren Ruhestand sichern.
Der Wert eines Rentenpunkts im deutschen gesetzlichen Rentensystem ist gerade gestiegen. Ab dem 1. Juli 2025 beträgt er 40,79 Euro brutto pro Monat – ein Anstieg gegenüber den 39,32 Euro im Vorjahr. Experten raten dringend dazu, den Rentenkontoauszug bei der Deutschen Rentenversicherung drei bis fünf Jahre vor dem Renteneintritt zu prüfen. Dabei können fehlende Zeiten – etwa durch Ausbildung, Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen – aufgedeckt werden, die aktiv beantragt und nachgewiesen werden müssen. Ohne diesen Schritt bleiben Lücken bei den Rentenpunkten oft ungeschlossen.
Freiwillige Beiträge bieten eine weitere Möglichkeit, die spätere Rente aufzubessern. Wer knapp die 45 Versicherungsjahre verfehlt, die für einen abschlagsfreien vorzeitigen Rentenbeginn nötig sind, steht vor einer schwierigen Wahl: länger arbeiten oder dauerhafte Kürzungen von bis zu 14,4 Prozent hinnehmen. Zeiten, in denen in den letzten 24 Monaten vor der Rente Arbeitslosengeld I bezogen wurde, zählen nicht zur Wartezeit.
Seit 2023 gelten für die Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitiger Altersrente keine Beschränkungen mehr. Dadurch können Rentner weiterarbeiten, ohne dass ihre Rentenansprüche gekürzt werden. Auch mittlere Beschäftigungsverhältnisse mit einem Verdienst zwischen 556 und 2.000 Euro monatlich ermöglichen es, Rentenpunkte zu sammeln, während gleichzeitig reduzierte Arbeitnehmerbeiträge gezahlt werden.
Für Versicherte ab 50 Jahren können Ausgleichszahlungen helfen, spätere Rentenabschläge zu mindern. Wer in den letzten Berufsjahren gezielt plant, kann unnötige finanzielle Einbußen im Ruhestand vermeiden. Der neue Rentenpunktwert von 40,79 Euro bedeutet: Jeder zusätzlich erworbene Punkt erhöht die monatliche Rente spürbar. Wer vor dem Renteneintritt handelt – sei es durch freiwillige Beiträge, die Nachmeldung fehlender Zeiten oder Anpassungen im Berufsleben –, kann sich so eine höhere Auszahlung sichern.
Ohne diese Maßnahmen riskieren Rentner niedrigere Bezüge oder müssen länger arbeiten als geplant.






