"The Hump": Wie eine vergessene Kriegsluftbrücke Familien und Künstler heute verbindet
Mila Walter"The Hump": Wie eine vergessene Kriegsluftbrücke Familien und Künstler heute verbindet
"The Hump" – eine vergessene Luftbrücke und ihr Nachhall in der Gegenwart
Eine Kriegsluftbrücke mit dem Namen "The Hump" verband einst Assam in Indien mit Kunming in China und transportierte während des Zweiten Weltkriegs lebenswichtige Güter. Jahrzehnte später taucht diese fast vergessene Route auf unerwartete Weise wieder auf – durch Familieninnerungen, künstlerische Zusammenarbeit und einen Film, der ihre bleibenden Spuren in Menschen und Landschaften erkundet.
Die Geschichte beginnt mit einem Klavier, das aus dem britischen Assam nach Kunming geschmuggelt wurde. Heute entfaltet sie sich durch die Arbeit der Filmemacherin Madhusree Dutta und der Künstlerin Mi You, deren Familien von dieser turbulenten Zeit geprägt wurden.
Während des Krieges brachte die Luftbrücke "The Hump" Munition, Lebensmittel und sogar Schmuggelware – darunter ein kolonialzeitliches Klavier – über den Himalaya. Die Operation verwandelte Kunming von einer ruhigen Stadt in ein pulsierendes Zentrum, während die Infrastruktur Assams Ökosysteme zerstörte: Tiger drangen in Dörfer vor, und die Landschaft veränderte sich für immer.
Jahre später führte die Pandemie Dutta und You zusammen. Duttas Mutter, die an Demenz litt, begann, sich an Kindheitserinnerungen aus Assam zu erinnern – und weckte so das Interesse ihrer Tochter für die Vergangenheit der Region. You wiederum hatte familiäre Wurzeln in Kunming, wo die Luftbrücke ihre Spuren hinterlassen hatte. Ihr gemeinsames Interesse an "The Hump" mündete in eine tiefgehende künstlerische Zusammenarbeit, die Geschichte und Gegenwart verbindet.
Duttas Film "Flying Tigers" verwebt diese Fäden zu einem lebendigen Collage aus Geschichten, die sich mit Vertreibung und kultureller Vermischung befassen. Mit Hilfe des in Assam geborenen Purav Goswani Spuren der alten Ledo-Straße auf – einer Kriegsversorgungsroute – und besuchte die schwimmenden Inseln der Miya-Gemeinschaft, einer lange marginalisierten Bauernbevölkerung. Diese stehen heute unter Druck durch Indiens "Nationales Bürgerregister", das ihnen ihre Rechte entziehen könnte.
Der Film wirft auch einen Blick auf moderne Echos der Vergangenheit, wie Chinas "Neue Seidenstraße", deren Eisenbahntrassen den alten Kriegsrouten folgen. Was einst als militärische Lebensader begann, hinterließ ein Erbe, das bis heute nachwirkt – von geopolitischen Spannungen bis hin zu persönlichen Schicksalen.
Die Geschichte der Luftbrücke endete nicht mit dem Krieg. Sie lebt weiter in den Erinnerungen von Familien wie denen Duttas und Yous, in Filmen, die ihre Spuren dokumentieren, und in den Kämpfen von Gemeinschaften, die noch immer unter den Folgen leiden. Die Überreste von "The Hump" – von verfallenen Straßen bis zu sich verschiebenden Grenzen – erinnern uns daran, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart prägt, auf sichtbare und unsichtbare Weise.






