Tanzender Protest in Bottrop: 80 Menschen fordern Ende der Gewalt gegen Frauen
Maximilian MaierTanzender Protest in Bottrop: 80 Menschen fordern Ende der Gewalt gegen Frauen
Rund 80 Menschen versammelten sich am 14. Februar 2026 in Bottrop, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. Die Veranstaltung markierte die elfte jährliche Demonstration, organisiert vom örtlichen Frauenzentrum Courage. Trotz eisiger Temperaturen und leichtem Schneefall tanzten die Teilnehmenden, traten auf und forderten wirksamere Schutzmaßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Der Protest war Teil der weltweiten One Billion Rising-Bewegung, die durch Tanz Überlebende stärkt und Solidarität zeigt. Das diesjährige Motto Ni una menos – Frauen in Flammen lenkte den Fokus auf Femizide, insbesondere auf Tötungen durch aktuelle oder ehemalige Partner. Die Anwesenden führten einen einstudierten Tanz zu dem Lied Break the Chain auf, angeleitet von Dozentinnen der Peter-Frank-Tanzschule. Für die musikalische Untermalung sorgte die Band A Mournful Experience. Bottrops Oberbürgermeister Matthias Buschfeld, die Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert sowie die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Lehmann beteiligten sich an der Kundgebung. Die Organisatorinnen betonten die dringende Notwendigkeit besserer rechtlicher und sozialer Schutzmechanismen für Frauen und Mädchen, die von männlicher Gewalt betroffen sind. Aktuelle Daten zeigen einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Fälle von Partnerschaftsgewalt in Bottrop. Während es 2019 etwa 250 Vorfälle gab, stieg die Zahl bis 2024 auf rund 380 – ein Anstieg um 52 Prozent. Bundesweit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Fälle im gleichen Zeitraum um etwa 15 Prozent, von 142.000 auf 164.000. Zwar trugen ein gestiegenes Problembewusstsein und höhere Anzeigequoten zu diesem Anstieg bei, doch war der Zuwachs in Bottrop im Vergleich zum Bundestrend überproportional hoch. Die Veranstaltung rückte das wachsende Problem geschlechtsspezifischer Gewalt in Deutschland in den Mittelpunkt. Lokale Behörden und Aktivistinnen setzen sich weiterhin für strengere Schutzmaßnahmen für Betroffene ein. Die Organisatorinnen hoffen, dass der Protest zu konkreten politischen Veränderungen und einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit führt.






