Solinger Superintendentin warnt vor wachsendem Antisemitismus und fordert mehr Solidarität mit Israel
Maximilian MaierSolinger Superintendentin warnt vor wachsendem Antisemitismus und fordert mehr Solidarität mit Israel
Superintendentin Dr. Ilka Werner hat ihren Jahresbericht an den Evangelischen Kirchenkreis Solingen vorgelegt. Darin rief sie zu größerer Solidarität mit Israel auf und warnte vor einem wachsenden Antisemitismus. In ihrer Ansprache ging sie zudem auf die finanziellen Belastungen der Diakonie, des sozialkaritativen Zweigs der Kirche, ein.
Werner verurteilte den zunehmenden Antisemitismus als unerträglich – trotz der früheren Bekenntnisse zu „Nie wieder!“. Sie betonte die Notwendigkeit von Demut und einer klaren Ablehnung von Judenhass. Unter Verweis auf die Verfassung der Evangelischen Kirche im Rheinland erinnerte sie die Gemeinden an ihre Verpflichtung, an der Seite Israels zu stehen: „Als Christen müssen wir zu Israel stehen.“
Der Bericht behandelte auch praktische Neuerungen innerhalb des Kirchenkreises. Die zehn Gemeinden werden künftig enger zusammenarbeiten. Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit werden zentral organisiert. Zudem entstehen drei neue regionale Cluster – West, Nord und Mitte –, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer übergreifend in größeren Bereichen statt in einzelnen Gemeinden tätig sein werden.
Werner äußerte Besorgnis über die finanzielle Belastung der Diakonie durch steigende Personalkosten. Sie forderte den Staat auf, die Unterstützung für Wohlfahrtsorganisationen zu erhöhen, um Kürzungen bei sozialen Dienstleistungen zu vermeiden.
Der Kirchenkreis wird seine Strukturen anpassen, um die Zusammenarbeit der Gemeinden zu stärken. Werner appellierte an den Staat, die sozialen Angebote abzusichern. Ihr Aufruf zu Solidarität mit Israel und gegen Antisemitismus bleibt eine zentrale Botschaft für die evangelische Gemeinschaft in Solingen.
