Revolutionäre Früherkennung: Pilzbefall bei Kartoffeln wird jetzt unsichtbar aufgespürt
Maximilian MaierRevolutionäre Früherkennung: Pilzbefall bei Kartoffeln wird jetzt unsichtbar aufgespürt
Neue Methode zur Früherkennung von Pilzen zeigt vielversprechende Ergebnisse in Feldversuchen Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Kartoffelkrebs bereits erkennen lässt, bevor sichtbare Symptome auftreten. Die Methode nutzt flüchtige organische Verbindungen (VOCs), um Infektionen frühzeitig nachzuweisen. Die durch den Pilz Synchytrium endobioticum verursachte Krankheit stellt eine erhebliche Bedrohung für den weltweiten Kartoffelanbau dar.
Kartoffelkrebs ist ein zerstörerischer Quarantäneschädling, der Landwirte zwingt, befallene Felder jahrzehntelang brachliegen zu lassen. Der Pilz bildet widerstandsfähige Sporen, die mehr als 40 Jahre im Boden überdauern und so eine Eindämmung extrem erschweren. Wird ein Befall festgestellt, darf auf dem betroffenen Land jahrelang keine Kartoffel mehr angebaut werden – mit schweren wirtschaftlichen Folgen.
Das neue Nachweisverfahren analysiert sieben zentrale VOCs, die von infizierten Pflanzen abgegeben werden. Die Feldtests fanden 2024 auf landwirtschaftlichen Flächen in Niedersachsen statt und wurden vom Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert. Erste Versuche identifizierten kranke Pflanzen erfolgreich, noch bevor äußerliche Anzeichen sichtbar waren.
Die Wissenschaftler:innen hoffen, dass sich daraus ein tragbarer Schnelltest für den Einsatz auf dem Feld entwickelt lässt. Langfristig könnte die Methode auch bei der Früherkennung anderer Pilzschädlinge eingesetzt werden.
Für den Menschen ist der Pilz zwar harmlos, doch für den Kartoffelertrag verheerend. Da es keine Heilung gibt und die Quarantänebestimmungen strenger werden, bleibt die frühe Erkennung entscheidend. Die neue Methode könnte Landwirt:innen künftig eine schnellere und zuverlässigere Möglichkeit bieten, ihre Erträge vor langfristigen Schäden zu schützen.






