"Recht auf Reparatur": Warum die neue Regelung teurer werden könnte als gedacht
Anna Krause"Recht auf Reparatur": Warum die neue Regelung teurer werden könnte als gedacht
Eine neue „Recht auf Reparatur“-Verordnung soll die Art und Weise verändern, wie defekte Elektro- und Haushaltsgeräte repariert werden. Die Regelung zielt darauf ab, Reparaturen für Verbraucher einfacher und erschwinglicher zu gestalten. Doch es mehren sich Bedenken, dass die Änderungen stattdessen die Preise in die Höhe treiben könnten.
Die Verordnung verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu angemessenen Preisen anzubieten. Doch viele in der Branche zweifeln daran, dass dies die Kosten für Kunden senken wird. Nur 37 % der Hersteller gehen davon aus, dass die Preise für Neugeräte steigen werden, um die Reparaturkosten zu decken – während 62 % der Händler genau das befürchten.
Die meisten Händler geben zu, dass sie nicht über die Kapazitäten verfügen, um mehr Reparaturen zu bewältigen. Ganze 74 % sagen, dass ihre aktuellen Ressourcen eine steigende Nachfrage nicht bewältigen könnten. Gleichzeitig erwarten 68 % der Händler, dass die Reparaturkosten aufgrund teurerer Ersatzteile und zusätzlichen Personalbedarfs ansteigen werden.
Auch die Hersteller teilen diese Sorgen. Rund 63 % prognostizieren, dass Reparaturen für Kunden teurer werden – bedingt durch höhere Personalkosten und die Lagerung von Ersatzteilen. Dies könnte die Wirksamkeit der Verordnung bei der Förderung von Nachhaltigkeit beeinträchtigen.
Verbraucher empfinden Reparaturen bereits jetzt als zu kostspielig. Etwa 70 % sagen, dass die Instandsetzung eines defekten Geräts teurer ist als der Neukauf. Im Durchschnitt sind Menschen nur bereit, bis zu 22 % des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur zu zahlen.
Die „Recht auf Reparatur“-Regelung soll die Lebensdauer von Geräten verlängern und Abfall reduzieren. Doch die Bedenken der Branche deuten darauf hin, dass sie stattdessen zu höheren Reparaturkosten führen könnte. Da sowohl Händler als auch Hersteller mit Preiserhöhungen rechnen, bleibt die Wirkung der Verordnung ungewiss.






