17 January 2026, 13:43

Rainers umstrittene Agrarpolitik prägt seinen ersten Auftritt auf der Grünen Woche

Ein Plakat mit der Aufschrift "Essen: Kaufe es mit Bedacht, koche es mit Sorgfalt, verwende weniger Weizen & Fleisch, serviere nur genug, verwende den Rest, verschwendet es nicht" darauf gedruckt.

Tulpen-Taufe und Elchfleischbrot: Die Tour zur Grünen Woche - Rainers umstrittene Agrarpolitik prägt seinen ersten Auftritt auf der Grünen Woche

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer gab im Januar seinen ersten Auftritt auf Berlins Grüner Woche. Der Besuch begann bereits am frühen Freitagmorgen mit einem straffen Programm aus kulinarischen Kostproben, Getränken und kurzen Stationen an internationalen Ständen. Kritiker werfen Rainer bereits vor, mit seiner Politik die Interessen der Landwirte über aktuelle nachrichten und Umweltstandards zu stellen.

Um 8:00 Uhr startete die Tour in der Halle Mecklenburg-Vorpommerns. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stellte die Runde vor, zu der auch Rainer gehörte, der in seiner Funktion als Minister erstmals die Grüne Woche besuchte. Die Aufenthalte an den einzelnen Ständen dauerten jeweils nur wenige Minuten – Zeit genug für einen Händedruck, einen Schluck oder einen schnellen Bissen.

Am niederländischen Stand sollte Rainer eine neue Tulpenart, die „Berliner Jubiläum“, taufen, indem er sie mit Sekt übergoss. Mit fortschreitender Tour besserte sich auch das kulinarische Angebot: Die Ukraine servierte Sekt, Bulgarien bot Börek mit traditionellen Tänzen an, die Tschechische Republik zapfte Bier, und Polen verteilte Würstchen. Estland präsentierte offene Sandwiches mit Elchfleisch auf dunklem Roggenbrot. Derweil zeigte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft Bio-Wurst – zum Probieren gab es jedoch keine. Rainer, gelernter Metzger und CSU-Politiker, steht seit seinem Amtsantritt 2025 in der Kritik. Besonders umstritten sind seine Entscheidungen, Fördergelder für die Umstellung der Tierhaltung zu streichen, Düngeregeln zu lockern und die verpflichtende Kennzeichnung von Schweinefleisch zu verschieben.

Nach dreieinhalb Stunden endete der Eröffnungsrundgang mit einer Mischung aus kulinarischen Highlights und politischer Aufmerksamkeit. Rainers Politik bleibt Gesprächsthema, während die Messe selbst von niederländischen Tulpen bis zu estnischen Elch-Sandwiches alles bot. Sein erster Besuch auf der Grünen Woche gab den Ton an – für seinen Kurs in der Agrarpolitik und die damit verbundenen neueste nachrichten.