Protest gegen Atommülltransporte: 100 Aktivisten ziehen durch Bottrop
Anna KrauseProtest gegen Atommülltransporte: 100 Aktivisten ziehen durch Bottrop
Rund 100 Atomkraftgegner werden am 15. Oktober durch Bottrop ziehen, um gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall zu protestieren. Die Demonstration richtet sich gegen die Verbringung von 152 Lkw-Ladungen Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus – konkrete Termine dafür stehen noch nicht fest. Organisiert wird die Aktion vom Bündnis Münsterland gegen Atomanlagen, das sich unter dem Motto "Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn" ab 11:00 Uhr auf den Weg macht.
Die Protestroute führt die Demonstranten durch Wohngebiete in Bottrop-Fuhlenbrock und über Brücken, die die Autobahn A2 überspannen. Die Polizei hatte das Überqueren dieser Brücken zunächst aus Sicherheitsgründen verboten, doch ein Gericht hob das Verbot später auf.
Der Widerstand gegen die Transporte beschränkt sich nicht auf Straßenproteste. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) hatte Klage gegen die Genehmigung der Castor-Transporte eingereicht. Sein Eilantrag wurde zwar vom Verwaltungsgericht Berlin abgewiesen, doch die Aktivisten lassen sich von den juristischen Rückschlägen nicht entmutigen. Sie wollen weiterhin auf die Gefahren hinweisen, die vom Transport gefährlicher Stoffe durch bewohnte Gebiete ausgehen. Das Bündnis Münsterland gegen Atomanlagen betont die Risiken des Atommülltransports auf Autobahnen und fordert sicherere Alternativen.
Die Demonstration findet wie geplant statt; die Teilnehmer versammeln sich am 15. Oktober um 11:00 Uhr. Zwar wies das Gericht die Klage des BUND NRW ab, doch die Debatte über die Atommülltransporte geht weiter. Einen offiziellen Fahrplan für die Castor-Transporte gibt es bisher nicht.