14 June 2026, 04:05

Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene monatelang auf ihr Geld warten müssen

Telefonische Sprechstunden        Caritas warnt vor Problemen mit P-Konten

Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene monatelang auf ihr Geld warten müssen

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) kritisiert schwere Mängel bei Pfändungsschutzkonten

Während der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) gravierende Defizite bei den Pfändungsschutzkonten (P-Konten) in Deutschland aufgezeigt. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten von Kontopfändungen betroffen. Viele Betroffene kämpfen mit Verzögerungen und gesperrten Geldern, weil die Umstellung auf den geschützten Status oft zu langsam erfolgt.

Sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt, sperren Banken umgehend alle Mittel auf dem Girokonto. Kontoinhaber müssen dann aktiv die Umwandlung in ein P-Konto beantragen, um gesetzliche Freibeträge nutzen zu können. Doch diese werden nicht immer rechtzeitig gewährt – mit der Folge, dass Menschen keinen Zugang zu dringend benötigten finanziellen Mitteln haben.

Die Caritas Kempen-Viersen, die Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, beobachtet solche Probleme regelmäßig. Beraterinnen wie Simone Stahn-Florian berichten, dass rechtliche Unklarheiten und uneinheitliche Bankenpraktiken die Situation verschärfen. Sie fordert klare Standards, geschultes Personal, leicht zugängliche Unterstützungsangebote sowie Sanktionen für Banken, die gegen die Vorschriften verstoßen.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von der Caritas Viersen am 18. Juni von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Sprechstunde an. Zudem kritisiert die AG SBV Mängel bei Basiskonten, die eigentlich sicherstellen sollen, dass alle Bürger:innen Zugang zu grundlegenden Bankdienstleistungen haben.

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Die AG SBV drängt auf politische Maßnahmen, um den Schutz bei Kontopfändungen zu stärken. Simone Stahn-Florian betont, dass klarere Regelungen und eine konsequentere Umsetzung notwendig seien. Ohne diese Änderungen werden weiterhin monatlich Tausende Kontoinhaber mit Verzögerungen und gesperrten Geldern konfrontiert sein.

Quelle