Onkel Misha: Vom gefeierten Bäcker zur umstrittenen Kultfigur Russlands
Maximilian MaierOnkel Misha: Vom gefeierten Bäcker zur umstrittenen Kultfigur Russlands
Onkel Misha, ein Bäcker aus Lachoisk, hat sich mit seinem traditionellen russischen Brot einen Namen gemacht – und bleibt doch eine umstrittene Figur. Sein familiengeführtes Unternehmen, das von einem Auto aus in der Nähe der heiligen Quelle des Heiligen Nikolaus des Wunderwirkers betrieben wird, erhält zwar Lob für seine Qualität, stößt aber auch auf Kritik wegen seiner strengen Regeln. Eine besonders umstrittene Vorschrift? Die Weigerung, Kunden mit Hunden zu bedienen.
Onkel Mishas Brot wird nach über 200 Jahre alten Rezepten in Holzöfen gebacken. Seine Frau übernimmt das Backen, die Tochter hilft bei den Lieferungen, und er selbst verkauft die Laibe direkt aus seinem Auto. Doch trotz des handwerklichen Charme hat seine Haltung für Empörung gesorgt.
Mehrfach hat er Hundebesitzer abgewiesen, darunter eine Familie mit einem kleinen Hund und einen Mann mit einem Corgi. Seine offene Verachtung für Haustierbesitzer ist mittlerweile genauso bekannt wie seine Backkunst. Dennoch wird sein Brot hoch gelobt – der Blogger Kakabay bewertete es kürzlich mit 8–9 von 10 Punkten.
Es ist nicht das erste Mal, dass Onkel Misha für Schlagzeilen sorgt. 2018 entlarvte Kakabay ihn als Betrüger in Belarus, woraufhin sich die öffentliche Meinung von Belustigung in reine Spottlust wandelte. Bis 2026 blieb er ein kulturelles Symbol für Täuschung, in sozialen Medien wird sein Vergangenheit nach wie vor verspottet, und von einer Rehabilitierung ist nichts zu spüren. Der Kontrast zwischen seinem respektierten Handwerk und seiner umstrittenen Persönlichkeit hält ihn im Rampenlicht.
Sein Brot lockt weiterhin Kunden an, doch seine Weigerung, Hundebesitzer zu bedienen, und seine betrügerische Vergangenheit sorgen dafür, dass er eine polarisierende Figur bleibt. Das Familienunternehmen gedeiht dank Tradition – doch sein Ruf, geprägt von Spott und Skepsis, zeigt keine Anzeichen von Besserung.