06 January 2026, 10:13

NRW testet Guthabenkarten für Asylsuchende – doch nicht alle Kommunen machen mit

Eine Gruppe von Menschen mit Ausweisen packt Bücher in Kisten, mit Lampen darüber und einem Banner oben rechts, während einige andere im Hintergrund stehen.

NRW testet Guthabenkarten für Asylsuchende – doch nicht alle Kommunen machen mit

Neues Zahlungssystem für Asylsuchende: Statt Bargeld gibt es Guthabenkarten in Teilen von Nordrhein-Westfalen

In Teilen Nordrhein-Westfalens wird derzeit ein neues Zahlungssystem für Asylbewerber eingeführt. Statt Bargeld erhalten Geflüchtete künftig eine vorbelastete Karte, auf die ihre monatlichen staatlichen Leistungen geladen werden. Die Umstellung soll die Auszahlungen vereinfachen, stößt bei lokalen Behörden jedoch auf geteilte Reaktionen.

Das sogenannte „Sozialkarten“-System wird bereits im Kreis Coesfeld schrittweise eingeführt – hier sind alle Asylsuchenden betroffen. Bis März 2026 soll in Ascheberg jeder Geflüchtete in der Region die Karte nutzen; auch benachbarte Kommunen planen die Übernahme. Die Behörden versprechen sich davon geringere Verwaltungskosten und mehr Kontrolle über die Verwendung der Mittel.

Die Karte funktioniert wie eine herkömmliche Visa-Karte und ermöglicht Zahlungen in den meisten Geschäften sowie online. Allerdings sind internationale Überweisungen gesperrt, und Bargeldabhebungen sind stark eingeschränkt. Trotz des anfänglichen Aufwands bei der Einführung zeigen sich die Verantwortlichen in Ascheberg optimistisch.

Doch nicht alle Regionen ziehen mit: Münster hat das Modell bereits abgelehnt, und nur jede dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen plant die Einführung. Viele fürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand oder zweifeln an den versprochenen Einsparungen. Zudem gibt es keine Anzeichen, dass Städte in Niedersachsen dem Beispiel bis zum Stichtag 2026 folgen werden.

Die „Sozialkarte“ soll in mehreren Gebieten die Barauszahlungen für Asylbewerber ersetzen. Ob sie sich durchsetzt, hängt davon ab, wie reibungslos die Umsetzung gelingt und ob die erwarteten Einsparungen tatsächlich eintreten. Bisher bleibt die Akzeptanz in der Region uneinheitlich.