NRW plant Bahn-Revolution: Wer übernimmt Verantwortung und Kosten?

Admin User
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Ein Zug auf einem Bahngleis mit Menschen, die links stehen und ein Dach oben im Bild.

NRW-Stadtrat für eine landeseigene Bahn - NRW plant Bahn-Revolution: Wer übernimmt Verantwortung und Kosten?

Nordrhein-Westfalens Bahnverkehr steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Verkehrsminister Oliver Krischer will die Steuerung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zentralisieren, um Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Gleichzeitig fordern Kommunen eine landeseigene Bahngesellschaft – allerdings nur, wenn zuvor Klärung über Finanzierung und Haftungsregeln besteht.

Hunderttausende Pendler in Nordrhein-Westfalen sind täglich auf die Regionalzüge angewiesen. Sie nutzen sie für den Arbeitsweg, Dienstreisen oder Ausflüge in Städte und Regionen. Doch Verspätungen und unzuverlässige Verbindungen bleiben hartnäckige Probleme.

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen schlägt als Lösung eine vollständige Landesbahn vor, die den SPNV übernimmt. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, verweist auf erfolgreiche Modelle in anderen Bundesländern. Für ihn wäre dies der logische Schritt, wenn das Land die volle Kontrolle über Planung, Betrieb und Servicegestaltung anstrebt.

Doch der Städtetag äußert Bedenken: Städte und Kommunen bräuchten angemessene Finanzmittel, wenn sie weiterhin Verantwortung für staatlich gesteuerte Leistungen tragen sollen. Andernfalls drohten ihnen finanzielle Belastungen und rechtliche Risiken. Zudem kritisiert der Verband, dass die Landesregierung die volle Haftung für SPNV-Entscheidungen nicht übernehme – ein Bruch des Prinzips der fiskalischen Äquivalenz.

Die Kommunen pochen auf finanzielle Spielräume, um ein fahrgastfreundliches System aufzubauen. Ihre Vision umfasst nahtlose Anschlüsse, Mobilitätsdrehscheiben und bessere Verbindungen in der gesamten Region. Ohne klare Zusagen zu Finanzierung und Haftungsschutz jedoch, so ihre Warnung, könnten die Landespläne sie benachteiligen.

Die Zukunft des NRW-Schienenverkehrs hängt nun von zwei zentralen Fragen ab: Finanzierung und Verantwortung. Sollte das Land ein zentralisiertes System durchsetzen, verlangen die Kommunen Garantien, dass sie keine finanziellen oder juristischen Risiken für Dienstleistungen tragen, auf die sie kaum noch Einfluss haben. Das Ergebnis wird entscheiden, wie Millionen Fahrgäste den Regionalverkehr in den kommenden Jahren erleben.

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