Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern mehr als nur Worte
Maximilian MaierMissbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern mehr als nur Worte
Das Erzbistum Paderborn sieht sich erneut mit Forderungen nach Transparenz im Umgang mit jahrzehntelangem Missbrauch durch Kleriker konfrontiert. Zwischen 1941 und 2002 wurden mindestens 485 Opfer von über 200 Priestern misshandelt. Nun fordern Betroffene und Gläubige entschlossenere Maßnahmen – von finanziellen Entschädigungen bis hin zu öffentlicher Aufarbeitung.
Rund 200 Katholiken trafen sich in Dortmund zu einer Auftaktveranstaltung, um über den Missbrauchsskandal zu diskutieren. Viele verlangten, dass Gemeinden einen "Sonntag der Besinnung" vor oder nach dem 18. November abhalten, um das Thema offen anzugehen.
Erzbischof Udo Markus Bentz hat Entschädigungszahlungen zugesagt und erklärt, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer eine Entschädigung erhalten hätten. In den kommenden beiden Tagen wird er in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück mit Gläubigen zusammenkommen – in großen Sälen, die für die um 19 Uhr beginnenden Gespräche reserviert wurden.
Michael Heltner, ein Missbrauchsopfer aus einem kirchlichen Heim, besteht auf angemessene finanzielle Unterstützung und psychologische Betreuung für die Betroffenen. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Entschädigungen und Renten aufbringen. Unterdessen hat die Kirche QR-Codes an den Gräbern der Bischöfe im Paderborner Dom angebracht, über die Besucher Details zu deren Leben – einschließlich früherer Verfehlungen – abrufen können.
Der Bericht zu den Missbrauchsfällen konzentriert sich auf institutionelle Versäumnisse und weniger auf disziplinarische Konsequenzen. Unklar bleibt, wie viele der 210 beschuldigten Priester freigesprochen oder aus dem Dienst entfernt wurden.
Das Erzbistum hat das Ausmaß des Missbrauchs mit Hunderten von Opfern und beteiligten Klerikern eingeräumt. Erzbischof Bentz' Gespräche sollen die Sorgen der Gläubigen aufgreifen, doch die Betroffenen drängen weiter auf konkrete Schritte. Wie die Kirche die Geschädigten unterstützt und künftigen Schaden verhindert, wird sich an den nächsten Maßnahmen zeigen.