NRW bleibt unangefochtene Medienmetropole Deutschlands trotz Produktionsrückgangs
Maximilian MaierStudie: NRW ist die Nummer Eins in der TV-Produktionsbranche - NRW bleibt unangefochtene Medienmetropole Deutschlands trotz Produktionsrückgangs
Nordrhein-Westfalen festigt Position als Bundeslands führender Medienstandort
Nordrhein-Westfalen (NRW) hat seine Spitzenposition als wichtigstes Medienzentrum Deutschlands weiter ausgebaut: 2024 entfielen 44 Prozent aller Film- und Fernsehproduktionsminuten auf das Bundesland. Trotz eines bundesweiten Rückgangs der Produktionszahlen stieg die Investitionssumme in NRW, und der Anteil an der Gesamtproduktion wuchs seit 2022 um zwei Prozentpunkte. Medienminister Nathanael Liminski betonte erneut den Willen des Landes, diese Führungsrolle in der Branche zu halten.
Während die deutschen Film- und Fernsehproduktionsminuten 2024 im Vergleich zu 2022 um drei Prozent sanken, stieg die Nachfrage nach On-Demand-Inhalten – also Filmen und Serien für Streaming-Plattformen – im selben Zeitraum deutlich an.
Mit 44 Prozent aller Produktionsminuten lag NRW klar an der Spitze, gefolgt von Bayern mit 19 Prozent und Berlin mit 13 Prozent. Das Land zog 1,2 Milliarden Euro der insgesamt 2,9 Milliarden Euro an, die deutsche Sender 2024 investierten. Zu den großen Produktionsfirmen mit Sitz in NRW zählen ITV Studios Germany, Just Friends Productions, Filmpool, die deutsche Niederlassung von Warner Bros. sowie Ufa Show & Factual.
Doch auch in NRW ging die Produktionszahl seit dem Höchststand 2022 zurück: Die Gesamtzahl der Projekte sank von 142 im Jahr 2022 auf 98 im Jahr 2023 und weiter auf 89 im Jahr 2024. Dramaproduktionen verringerten sich um 27 Prozent, Dokumentationen um 22 Prozent und Serien um 34 Prozent. Lediglich Kinder- und Jugendinhalte verzeichneten einen leichten Anstieg um 17 Prozent.
In NRW sind 158 Produktionsfirmen ansässig, viele davon in und um Köln konzentriert. Zudem stehen neue Fördermaßnahmen bevor: Künftig müssen Sender und Streaming-Dienste vermehrt in europäische Filme investieren, während der Bund zusätzlich 120 Millionen Euro für die Filmförderung bereitstellt.
Trotz des allgemeinen Produktionsrückgangs bleibt NRW das größte Medienproduktionszentrum Deutschlands. Der Anteil an den Produktionsminuten ist gewachsen, und es fließen weiterhin erhebliche Investitionen in den Film- und Fernsehsektor des Landes. Mit den neuen Förderregeln und der steigenden Nachfrage nach Streaming-Inhalten steht die Branche in den kommenden Jahren vor weiteren Veränderungen.