31 January 2026, 18:07

Marco Bülow – der linke Rebell der SPD ist mit 54 Jahren gestorben

Ein Blatt mit einer Zeichnung von verzweifelten roten Figuren, die als "Republikaner" bezeichnet werden, auf einem Gitter, das als "Demokraten" bezeichnet wird, mit fetter schwarzer Schrift, die die Dringlichkeit der Situation betont.

Marco Bülow – der linke Rebell der SPD ist mit 54 Jahren gestorben

Marco Bülow, langjähriges Bundestagsmitglied und bekannter linksgerichteter Kritiker, ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Der für seinen Widerstand gegen Parteilinien bekannte Politiker verließ die SPD 2018 nach jahrelangen Konflikten mit der Führung. Sein Tod im Januar 2023 folgte einer langen Krankheit.

Bülow zog 1998 als SPD-Abgeordneter für Dortmund in den Bundestag ein und hielt den Sitz 19 Jahre lang. Dank der stark links geprägten Wählerschaft in seinem Wahlkreis verfügte er über ein sicheres Mandat, das es ihm ermöglichte, die Interessen der Wähler über die Parteiloyalität zu stellen. Bereits 2007 kritisierte er öffentlich die Politik der SPD und erklärte, einige Entscheidungen seien mit seinem Gewissen unvereinbar.

Als "ewiger linker Rebell" bekannt, stellte er sich wiederholt gegen den Kurs der Großen Koalition. Sein Konflikt mit der Partei eskalierte 2018, als er aus der SPD austrat und ihr vorwarf, ihre Prinzipien und ethische Verantwortung aufgegeben zu haben. Nach seinem Austritt fand er politisch nur schwer wieder Fuß und schloss sich 2020 kurzzeitig der Satirepartei Die PARTEI an. Bei der Dortmunder Wahl 2021 trat er unter ihrem Banner an und erreichte fast neun Prozent der Erststimmen.

Während seiner gesamten Karriere setzte sich Bülow gegen den Einfluss von Lobbyisten ein und forderte eine ökosoziale Wende. Seine kompromisslose Haltung isolierte ihn oft, doch sein Direktmandat schützte ihn jahrelang vor parteiinternen Sanktionen.

Bülows politischer Werdegang umfasste zwei Jahrzehnte, geprägt von anhaltendem Widerspruch und der Weigerung, sich anzupassen. Sein Austritt aus der SPD offenbarten tiefe Gräben innerhalb der politischen Partei, während sein späterer Wahlerfolg zeigte, dass er weiterhin Rückhalt in der Wählerschaft hatte. Mit seinem Tod endet ein Kapitel eines der stimmgewaltigsten linken Unabhängigen Deutschlands.