Malta Air blockiert Betriebsratswahl in Köln – Verdi wirft Sabotage vor
Anna KrauseMalta Air blockiert Betriebsratswahl in Köln – Verdi wirft Sabotage vor
Malta Air erleidet juristischen Rückschlag im Streit mit Verdi um Betriebsratswahlen in Köln
Die Fluggesellschaft Malta Air hat in ihrem Rechtsstreit mit der Gewerkschaft Verdi um die Wahl eines Betriebsrats am Standort Köln einen Dämpfer erhalten. Das Unternehmen hatte Mitglieder des Wahlvorstands mit Klagen gedroht, während Verdi der Airline vorwirft, den Prozess gezielt zu blockieren. Ein aktuelles Gerichtsurteil erlaubt Malta Air nun vorläufig, wichtige Mitarbeiterdokumente zurückzuhalten.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Wahl eines Betriebsrats am Kölner Standort von Ryanair. Verdi kämpft seit zweieinhalb Jahren für dessen Einrichtung und wirft der Fluggesellschaft vor, an Ryanair-Standorten systematisch gegen die Bildung von Betriebsräten vorzugehen.
Der Wahlvorstand, der für die Beschaffung der für die Abstimmung notwendigen Unterlagen zuständig ist, sah sich mit Klagedrohungen seitens Malta Air konfrontiert – das Unternehmen kündigte Schadensersatzforderungen an. Daraufhin erließ das Arbeitsgericht Köln eine einstweilige Verfügung, die der Airline gestattet, die Herausgabe von Mitarbeiterlisten an den Wahlvorstand zu verweigern. Verdi argumentiert, dies verstoße gegen den Geist des deutschen Betriebsverfassungsgesetzes. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass das Gesetz im Sinne einer modernen Interessenvertretung am Arbeitsplatz ausgelegt werden müsse.
Die vorläufige Entscheidung bedeutet, dass Malta Air die angeforderten Dokumente vorerst nicht vorlegen muss. Verdi kritisiert den Schritt als weiteren Verzögerungstaktik bei der Einrichtung eines Betriebsrats. Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Gewerkschaften und Fluggesellschaften um die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten.