11 February 2026, 10:10

"Mainz bleibt Mainz" wagt 2025 den Neuanfang mit Tradition und Frauenpower

Ein Blatt mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe, detaillierte Entwürfe von Menschen in bunten Karnevalskostümen und Masken zeigt.

"Mainz bleibt Mainz" wagt 2025 den Neuanfang mit Tradition und Frauenpower

Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bringt große Veränderungen für die traditionsreiche Karnevalssendung

Die diesjährige Ausgabe der Kultveranstaltung setzt auf eine Mischung aus legendären Künstlern und neuen Gesichtern – darunter erstmals eine Frau in der Rolle der Büttenrednerin. Die Show steht jedoch unter Druck: Nach einem deutlichen Zuschauerrückgang stellt sich die Frage, wie es mit dem Format weitergeht.

Die Übertragung des Vorjahres war von schweren technischen Pannen geprägt, darunter Tonausfälle und ein vollständiger Sendungsabbruch. Mit nur noch 3,85 Millionen Zuschauern erreichte die Einschaltquote einen historischen Tiefstand – ein deutlicher Rückgang gegenüber den früher üblichen 5 bis 6 Millionen bei vergleichbaren ZDF-Sendungen. Kritiker bemängeln schwache redaktionelle Entscheidungen und eine zunehmende Entfremdung vom Publikum, auch wenn sich die Sehgewohnheiten generell wandeln.

Trotz dieser Herausforderungen verspricht die Ausgabe 2025 eine Balance zwischen Tradition und Innovation. Jürgen Wiesmann feiert mit "Ernst Lustig" sein 25-jähriges Bühnenjubiläum, während die Mainzer Hofsänger ihr 100-jähriges Bestehen begehen. Ein emotionaler Höhepunkt wird der letzte Auftritt des Veteranen Hobbes Hansi Greb sein, der sich von der Bühne verabschiedet.

Frischer Wind kommt von aufstrebenden Acts wie der Band Handkäse, die für ihre energiegeladenen Shows bekannt ist. Chrissy Grom schreibt Geschichte als erste Frau, die die Büttenrede übernimmt – nach ihrem gefeierten politischen Satire-Auftritt beim Gonsenheimer Carneval Verein. Ihr scharfsinniger Jahresrückblick, in dem sie politische Fehltritte auf die Schippe nahm, erhielt stehende Ovationen und sicherte ihr den Platz in der Show.

Die politische Satire bleibt ein zentrales Element: Florian Sitte als Till, Johannes Bersch als Moguntia und Thomas Becker als Zeitgeist werden das Publikum unterhalten. Andreas Schmitt kehrt als Sitzungspräsident zurück und hält als Obermessdiener die Schlussrede – parallel zu seinem Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in seiner Heimatstadt. Mit diesem generationenübergreifenden Ansatz will das ZDF verlorenes Interesse zurückgewinnen, indem es bewährte Stars mit neuem Talent verbindet.

Ob Tradition und Erneuerung die Zuschauer zurückgewinnen können, wird sich bei der 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz" zeigen. Nach technischen Problemen und sinkenden Quoten steht die Mischung aus erfahrenen Künstlern und neuen Stimmen besonders im Fokus. Die Veranstalter hoffen, dass die Veränderungen der Sendung wieder zu einem Höhepunkt der Karnevalssaison verhelfen.