17 January 2026, 13:43

Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest

Eine Wand mit den Worten "free palestine" in schwarzer Graffiti-Schrift, beleuchtet von einem Licht oben.

Palästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest

Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Aufsehen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage der Veranstaltung wegen Bedenken hinsichtlich ihrer Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie hingegen weigert sich, nachzugeben, und beruft sich auf die künstlerische Freiheit als grundlegendes Prinzip.

Im Mittelpunkt des Streits stehen Beiträge, denen vorgeworfen wird, Terrorismus zu verherrlichen und antisemitische Botschaften gegen Israel zu verbreiten.

Das Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Jüdische Gemeinde Düsseldorf haben die Abschaffung der Veranstaltung gefordert. Sie argumentieren, dass al-Sharifs Online-Posts eine gefährliche Grenze überschreiten, indem sie angeblich Hass schüren und Gewalt rechtfertigen.

Die Kunstakademie hat ihre Entscheidung, die Künstlerin einzuladen, indes verteidigt. Verantwortliche betonten, dass die Einladung auf ihrem international anerkannten Werk beruhe und nicht auf ihren persönlichen Ansichten. Die Institution machte zudem deutlich, dass sie Antisemitismus, die Verherrlichung von Terrorismus und jede Leugnung des Existenzrechts Israels entschieden ablehne. Trotz der Kritik besteht die Akademie darauf, dass eine offene Diskussion über Künstler:innen und ihre Werke unverzichtbar bleibe. Die von einer Studierendeninitiative organisierte Veranstaltung werde wie geplant stattfinden – allerdings bekräftigte die Akademie erneut ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber Hassrede und Extremismus.

Die Kontroverse verdeutlicht die Spannungen zwischen freier Meinungsäußerung und den Grenzen des akzeptablen Diskurses. Da die Akademie die Veranstaltung nicht absagt, wird al-Sharifs Auftritt wie vorgesehen stattfinden, allerdings unter erhöhter Beobachtung. Jüdische Gruppen halten an ihrer Ablehnung fest und warnen, dass die angeblichen Äußerungen der Künstlerin dazu beitragen könnten, schädliche Rhetorik zu normalisieren.