20 June 2026, 20:05

Kreuzau zeigt, wie Digitalisierung in Kommunen wirklich funktioniert

Erfolgmodell: Digitalisierungsoffizier

Kreuzau zeigt, wie Digitalisierung in Kommunen wirklich funktioniert

Ein aktueller Bericht zeigt: Die Hälfte der deutschen Kommunen verfügt noch immer über keine Digitalisierungsbeauftragte. Kreuzau, eine 18.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen, handelte und ernannte im Sommer 2022 Maike Ochs für diese Position. Seitdem leitet sie die Modernisierung der städtischen Dienstleistungen und Systeme.

Als Ochs ihre Arbeit aufnahm, verfügte Kreuzau bereits über ein Dokumentenmanagementsystem – doch nicht alle Ämter nutzten es konsequent. Sie bildete ein Team aus 16 „Digital-Lotsen“, darunter Amtsleiter und höhere Beamte, um die Vorhaben voranzutreiben.

Unter ihrer Führung hat die Stadt stetige Fortschritte gemacht: Anfang 2023 ging ein digitales Meldesystem online, über das Bürger Probleme melden können. Zudem wurde ein Buchungssystem für Sporteinrichtungen und Besprechungsräume eingeführt. Heute sind zentrale Akten wie Wohngeldanträge, Hundeanmeldungen und Personalunterlagen vollständig digitalisiert.

Ochs arbeitet in einer 80-Prozent-Stelle über einen externen IT-Dienstleister. Ihre Position ist bis Ende 2026 finanziert, doch sie sieht die digitale Transformation als langfristige Aufgabe. Bis zu ihrem Ruhestand wird sie genug zu tun haben.

Kreuzaus Erfahrung steht im Kontrast zur bundesweiten Lage: Viele Kommunen haben noch immer kein Personal für die Digitalisierung. Für Kreuzau zahlt sich der Umstieg auf digitale Systeme und Akten bereits aus – die Dienstleistungen werden effizienter erbracht.

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