Krankenhäuser in Deutschland kämpfen um Überleben – Insolvenzwelle und Proteste nehmen zu
Anna SchmitzKrankenhäuser in Deutschland kämpfen um Überleben – Insolvenzwelle und Proteste nehmen zu
Mehr als 40 Krankenhausbetreiber in Deutschland haben in diesem Jahr Insolvenz angemeldet. Die finanzielle Belastung treibt immer mehr medizinische Einrichtungen an den Rand des Ruins – nun fordern Proteste dringendes Handeln. Mitarbeiter und Führungskräfte verlangen bessere Finanzierung, um steigende Kosten und höhere Löhne zu decken.
Im Juni 2023 beantragte die Kplus-Gruppe für drei ihrer vier Krankenhausstandorte ein Schutzschirmverfahren. Damit sollte die Liquidität gesichert und die operative Kontrolle aufrechterhalten werden. Beschäftigte der Kliniken in Solingen und Haan beteiligten sich an Protesten, die vom Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) organisiert wurden.
Die Kundgebungen fallen mit bundesweiten Aktionen zusammen. Die Demonstranten fordern für 2024 eine Lohnerhöhung von zehn Prozent sowie nachhaltige Finanzierung, um die Inflation auszugleichen. Ingo Morell, Präsident der KGNW, warnte, dass Krankenhausleitungen nun vor einer unmöglichen Entscheidung stünden: Entweder das Personal fair bezahlen oder den institutionellen Kollaps riskieren.
Die Bundesregierung hat bisher eine angemessene Kostenerstattung für die steigenden Betriebsausgaben abgelehnt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat jedoch die Befugnis, einzugreifen und einen weiteren Verfall der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu verhindern.
Die Insolvenzanträge und Proteste unterstreichen die wachsende Finanzkrise in deutschen Krankenhäusern. Ohne zusätzliche Mittel könnten weitere Einrichtungen schließen oder ihre Leistungen kürzen. Die Lage setzt die Politik unter Druck, die dringenden Bedürfnisse des Sektors endlich anzugehen.
