04 February 2026, 20:17

Köln plant Suchthilfezentrum am Neumarkt – mit strengeren Regeln gegen Drogenkonsum im öffentlichen Raum

Ein Plakat mit einem detaillierten Stadtplan von Spruidel, Deutschland, begleitet von beschreibendem Text.

Köln plant Suchthilfezentrum am Neumarkt – mit strengeren Regeln gegen Drogenkonsum im öffentlichen Raum

Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat Pläne für ein neues Suchthilfezentrum in der Nähe des Neumarkts vorgestellt, einem bekannten Brennpunkt für Drogenkonsum. Das Vorhaben ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Reform der Drogenpolitik und zur Bekämpfung der mit Suchterkrankungen verbundenen Kriminalität.

Burmester argumentiert, dass die aktuellen Gesetze Abhängige in die Illegalität drängen, um ihre Sucht zu finanzieren. Seine Initiative umfasst Gespräche mit anderen Großstädten, darunter Düsseldorf, um ähnliche Herausforderungen bundesweit anzugehen.

Das Zentrum, das 2026 im Stadtteil Pantaleonsviertel eröffnet werden soll, wird sich auf Schadensminimierung und die Unterstützung von Suchtkranken konzentrieren. Burmester setzt sich zudem für eine Änderung des Bundesrechts ein, um den kontrollierten Mikrohandel mit Drogen in solchen Einrichtungen zu ermöglichen. Er ist überzeugt, dass dieser Ansatz den Straßenhandel und damit verbundene Straftaten reduzieren könnte.

Parallel zum Suchthilfezentrum plant die Stadt, Polizeistreifen und Kontrollen zu verstärken. Ziel ist es, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber öffentlichem Drogenkonsum, Herumlungern und aggressivem Betteln durchzusetzen. Burmester betont, dass zwar Hilfsangebote bereitstehen, öffentliche Drogenaktivitäten in öffentlichen Räumen jedoch nicht geduldet werden.

Die Vorschläge des Oberbürgermeisters kommen zu einer Zeit, in der Köln – wie viele andere deutsche Städte – mit anhaltenden drogenbedingten Problemen kämpft. Sein Team steht bereits mit Verantwortlichen in Düsseldorf und anderen Städten in Kontakt, um gemeinsame Strategien zu entwickeln. Die angestrebten Reformen erfordern jedoch Anpassungen der nationalen Drogengesetze – ein Prozess, den Burmester entschlossen vorantreiben will.

Bei Genehmigung würde das Suchthilfezentrum einen Wandel in der Kölner Drogen- und Kriminalitätspolitik einläuten. Der Plan verbindet strengere öffentliche Kontrollen mit einem Ausbau der Hilfsangebote und zielt darauf ab, sowohl Suchterkrankungen als auch damit verbundene Straftaten zu verringern. Der Erfolg hängt dabei von der Zusammenarbeit mit anderen Städten und Änderungen der Bundesgesetzgebung ab.