Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Aktivisten blockieren fossile Infrastruktur und Rüstungsbetriebe
Anna SchmitzKlimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Aktivisten blockieren fossile Infrastruktur und Rüstungsbetriebe
Klimaproteste breiten sich im Ruhrgebiet aus – Aktivisten richten sich gegen fossile Infrastruktur
Im gesamten Ruhrgebiet haben Klimaproteste an Fahrt aufgenommen, nachdem Aktivistinnen und Aktivisten gezielt die fossile Infrastruktur ins Visier genommen haben. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Demonstrantinnen und Demonstranten an koordinierten Aktionen gegen den Ausbau von Gasinfrastruktur und die Rüstungsproduktion. Die Organisatoren erwarten nun, dass am Samstag Tausende weitere Menschen an einer Großdemonstration teilnehmen werden – unterstützt von Umweltverbänden und der Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Die antikapitalistische Allianz Ende Gelände führte an mehreren Orten Proteste an. In Mülheim an der Ruhr besetzten Aktivisten die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Gleichzeitig blockierten andere Demonstranten das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo Pläne für eine neue Gaseinheit auf Widerstand stoßen.
Am selben Standort installierten Protestierende Solarpaneele auf dem Kraftwerksgelände, um erneuerbare Alternativen zu bewerben. An anderer Stelle unterbrachen Demonstranten den Schichtwechsel in der Gießerei Friedrich Wilhelms Hütte, einer Produktionsstätte des Rüstungskonzerns KNDS, an dem die Bundesregierung eine Beteiligung anstrebt.
Die Polizei ging mit einer Einkesselung gegen eine Gruppe unter einer Brücke in Hamm vor und begründete dies mit Verstößen gegen das Vermummungsverbot. Eine weitere Gruppe zog mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof Hamm und forderte die Enteignung von Energiekonzernen. Zuvor hatte ein Gericht ein von der Polizei verhängtes Verbot für eine geplante Demonstration am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt.
Die Proteste markieren eine Welle des Widerstands gegen fossile Projekte und die Verquickung von Militär und Industrie. Mit weiteren Aktionen am Samstag rechnen Behörden und Organisatoren mit noch größeren Teilnehmerzahlen. Die Ereignisse spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen Klimaaktivisten und der Energiepolitik in der Region wider.
