23 April 2026, 14:15

Kim de l'Horizons Debüt feiert triumphale Berliner Bühnenpremiere

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen von Frauen von der Kindheit bis zum Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons Debüt feiert triumphale Berliner Bühnenpremiere

Ausverkauftes Haus bei Berliner Premiere: Kim de l'Horizons preisgekröntes Debüt als Bühnenadaption

Ein ausverkauftes Publikum versammelte sich am Dienstagabend in Berlins Vaganten Bühne in Charlottenburg zur Premiere einer neuen Theateradaption. Basierend auf Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman erzählt das Stück von Kims Reise durch Erinnerung, Identität und Familiengeheimnisse. Die Inszenierung verwebt Briefe, Kindheitsreflexionen und eine jahrhundertealte Blutlinie, die mit einem einzigen Baum verbunden ist.

Im Mittelpunkt steht Kim, eine genderfluide Erzählfigur, die von drei Schauspieler:innen verkörpert wird: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Durch ihre Perspektiven verfolgt das Publikum Kims Rückkehr in die Kindheit und entdeckt eine mütterlich geprägte Ahnenreihe, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Briefe an die Großmutter – liebevoll Großmeer genannt – bilden emotionale Fixpunkte der Handlung.

Unter einer Blutbuche, die der Urgroßvater gepflanzt hat, findet Kim Momente der Geborgenheit und Klarheit. Doch der Baum steht auch für ein dunkleres Erbe: transgenerationale Traumata, geprägt von Zwangsabtreibungen, Massenvergewaltigungen und verlorenen Kindern. Diese Themen entfalten sich, während Kim sich mit Scham auseinandersetzt und nach Selbstakzeptanz in einem Körper sucht, der sich starren Definitionen entzieht.

Der Originalroman wurde 2022 mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Nun bringt die Bühnenfassung seine ungeschönte Intimität zum Leben – eine Mischung aus persönlichem Bekenntnis und historischer Aufarbeitung.

Die Premiere markiert einen mutigen Schritt, de l'Horizons Werk für das Theater zu adaptieren. Indem Familiengeschichte mit Kims genderfluidem Erleben verwoben wird, stellt das Stück Schweigen über Trauma und Identität infrage. Das Publikum bedachte die Aufführung mit stehenden Ovationen – ein deutliches Zeichen für die große Nachfrage nach weiteren Vorstellungen.

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