06 January 2026, 04:13

Kiesabbau in NRW: Warum die Preise keine Kürzungen rechtfertigen

Eine Szene mit Kiessteinen, Vögeln, einem Netz, einem Baumstamm und Felsen.

Kiesabbau in NRW: Warum die Preise keine Kürzungen rechtfertigen

Eine neue Studie zu Rohstoffen in Nordrhein-Westfalen wirft Fragen zur künftigen Kiesabbau-Politik auf. Der erste Nachrichten-Bericht, erstellt vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Preisentwicklungen keine automatischen Kürzungen der Landesplanungszahlen rechtfertigen. Lokale Vertreter wie Schneider aus Kamp-Lintfort prüfen nun, welche Auswirkungen die Ergebnisse auf Kiesgruben im Niederrhein haben könnten.

Die Landesregierung hatte den Bericht 2022 in Auftrag gegeben, um den langfristigen Kiesbedarf zu bewerten. Noch vor Jahresende legte das RWI einen ersten Entwurf dem Wirtschaftsministerium vor. Die zentrale Erkenntnis: Die schwankenden Rohstoffpreise seien nicht nachhaltig genug gesunken, um einen Degressionsfaktor – also eine automatische Reduzierung der Planungsgrundlagen – einzuführen.

Bevor der Bericht finalisiert wird, können Behörden noch Änderungen anfordern oder zusätzliche Akteure in den Prüfprozess einbeziehen. Schneider hat unterdessen offiziell bei der Landesregierung nachgefragt, welche Konsequenzen sich aus dem Entwurf ergeben. Zudem untersucht er, ob Branchenverbände oder Unternehmen Einfluss auf das Monitoring genommen haben könnten. Die Studienergebnisse werden maßgeblich darüber entscheiden, wo in Nordrhein-Westfalen neue Kiesabbaugebiete ausgewiesen werden.

Der aktuelle Entwurf lehnt einen Degressionsfaktor vorerst ab und verweist auf die instabilen Preisschwankungen. Die endgültige Fassung des Berichts wird bestimmen, in welchem Umfang und an welchen Standorten in den kommenden Jahren Kies abgebaut werden darf. Die weiteren Schritte der Landesregierung hängen von zusätzlichen Prüfungen und möglichen Überarbeitungen ab.