20 March 2026, 16:05

Junge Menschen in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – warum?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Kreislauf" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische Bilder von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt, die die Auswirkungen mangelnder Bildung veranschaulichen.

Junge Menschen in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – warum?

Ein neuer Bericht offenbart einen besorgniserregenden Rückgang der demokratischen Unterstützung unter jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Der dritte Demokratiebericht, veröffentlicht von der Landeszentrale für politische Bildung, zeigt eine sinkende Zufriedenheit mit der Demokratie – besonders in den jüngeren Altersgruppen. Expert:innen warnen, dass Online-Extremismus und Fehlinformationen diese Entwicklung befeuern.

Die Studie unterscheidet drei zentrale Gruppen in der Gesellschaft: "überzeugte Demokrat:innen", "fragile Demokrat:innen" und "Demokratiegegner:innen". Letztere beiden Kategorien setzen sich überproportional aus jüngeren, weniger gebildeten Personen zusammen. Fast die Hälfte aller Befragten glaubt mittlerweile, die Gesellschaft würde von "einer starken Partei" profitieren, die den Willen des Volkes vertritt.

Die Unterstützung für die Demokratie bei den 19- bis 29-Jährigen ist um zehn Prozentpunkte gesunken – nur noch 83 Prozent stehen hinter ihr. Gleichzeitig ist nur noch die Hälfte der jungen Menschen mit der Funktionsweise der Demokratie in der Praxis zufrieden. Der Bericht stellt zudem einen klaren Zusammenhang zwischen persönlichem Wohlbefinden und demokratischer Haltung her und wirft Fragen nach der langfristigen Stabilität auf.

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Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor der rasanten Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz. Kinder und Jugendliche sind zunehmend radikalen Einflüssen in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities ausgesetzt. Die klassische politische Bildung an Schulen kommt mit diesen ausgefeilten Manipulationstaktiken kaum noch mit.

Trotz der Herausforderungen zeigen junge Menschen großes Interesse an mehr politischer Bildung. Viele wünschen sich, dass Schulen mehr politische Themen behandeln – ein noch ungenutztes Potenzial, um die demokratische Teilhabe zu stärken.

Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Entfremdung zwischen jungen Menschen und demokratischen Werten hin. Angesichts des steigenden Online-Extremismus und der sinkenden Zufriedenheit fordert der Bericht nachdrücklich stärkere Maßnahmen zur Stärkung der politischen Bildung. Schulen und Politik stehen nun vor der Aufgabe, diesen Trends entgegenzuwirken, bevor sie die demokratische Stabilität weiter untergraben.

Quelle