Joey Skaggs' Aprilscherz-Umzug in New York: Satire, die Medien täuscht und Systeme entlarvt
Anna KrauseJoey Skaggs' Aprilscherz-Umzug in New York: Satire, die Medien täuscht und Systeme entlarvt
Seit fast vier Jahrzehnten veranstaltet Joey Skaggs alljährlich seinen Aprilscherz-Umzug entlang der Fifth Avenue in New York. Die Veranstaltung verbindet Satire, Aktivismus und Absurdität und täuscht dabei regelmäßig Medien und Zuschauer gleichermaßen. Renommierte Publikationen wie die New York Times und Vice haben über die Umzüge berichtet, die humorvolle Schärfe mit politischer Kritik verbinden.
Skaggs begann seine Karriere als klassischer Künstler, wurde jedoch zunehmend desillusioniert von der Heuchelei, die er in der Kunstwelt wahrnahm. Mitte der 1980er-Jahre wandte er sich aufwendigen Streichen zu und nutzte die Medien als seine Leinwand. Seit 1986 lädt er Journalisten zu seinem Aprilscherz-Umzug ein, bei dem übertriebene Pressemitteilungen ahnungslose Fernsehteams und sogar Schulkapellen anlocken.
Die Route entlang der Fifth Avenue erfüllt einen doppelten Zweck: Sie verspotten Autoritäten und sorgen für öffentliches Gelächter. Frühere Ausgaben beinhalteten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. In diesem Jahr führte ein Präsidenten-Imitator den Umzug an, gefolgt von der Vorführung eines Melania-Mockumentary und einer Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.
Obwohl die New Yorker Polizei Genehmigungen erteilt, behalten die Beamten die Veranstaltung genau im Blick. Internationale Medien, darunter der chinesische Sender SinoVision, berichteten über das Spektakel – manche behandelten es sogar als echte Nachricht. Kunstkritiker in Magazinen wie Hyperallergic würdigen die Mischung aus Aktivismus und Komödie, halten sich aber mit einer Billigung der Täuschungen zurück.
Der Umzug zieht weiterhin Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere durch seine antikriegerischen und systemkritischen Themen. Jedes Jahr lotet Skaggs aus, wie weit Satire die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen kann. Trotz der übertriebenen Behauptungen in seinen Pressematerialien bleiben die Veranstaltungen vor Ort zwar überschaubar – aber nicht weniger provokant.






