04 February 2026, 20:17

Jacques Tilly lehnt Pferde in Karnevalsumzügen ab – "nicht mehr zeitgemäß"

Ein Bild eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die Pferde vor einem geschmückten Schwimmwagen reiten, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.

Schwimmpuppenbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen - Jacques Tilly lehnt Pferde in Karnevalsumzügen ab – "nicht mehr zeitgemäß"

Der Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen bleibt vor den diesjährigen Feierlichkeiten ein hitzig diskutiertes Thema. Zwar hat noch keine deutsche Stadt ein vollständiges Verbot verhängt, doch wachsen die Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit stetig. Prominente Stimmen, darunter der Wagenbauer Jacques Tilly, positionieren sich nun gegen die Tradition.

Jacques Tilly, bekannt für seine beißend satirischen Motivwagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, bezieht klar Stellung: "Ich lehne den Einsatz vonPferdenin diesen Umzügen ab", erklärte er. "Das ist nicht mehr zeitgemäß." Seine Äußerungen unterstreichen die Forderungen von Tierschutzorganisationen wie PETA, die argumentieren, dass Pferde unter Stress und Angst in überfüllten, lauten Veranstaltungen leiden.

PETA drängt die lokalen Behörden, Pferde aus den Umzügen zu verbieten, und bezeichnet die Praxis als Form der Tierquälerei. Die Organisation verweist auf Risiken für Tiere und Zuschauer alike und erinnert an Vorfälle mit scheu gewordenen Pferden. Einige Städte wie Gronau verlangen inzwischen eine schriftliche Genehmigung für den Einsatz von Pferden, doch ein offizielles Verbot gibt es bisher nirgends. Bonn hat Pferde jedoch bereits vollständig aus seinen Umzügen verbannt.

Tillys Kritik kommt zu einer Zeit, in der er selbst mit rechtlichen Problemen im Ausland konfrontiert ist. Russische Behörden werfen ihm vor, staatliche Institutionen – darunter das Militär und Präsident Putin – verunglimpft zu haben. Bei einer Verurteilung nach russischem Recht drohen ihm Geldstrafen oder bis zu zehn Jahre Haft.

Die Debatte um Pferde in Karnevalsumzügen zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Ohne ein bundesweites Verbot legen die Städte weiterhin eigene Regeln fest. Gleichzeitig hält die prominente Opposition von Persönlichkeiten wie Tilly das Thema vor den anstehenden Feierlichkeiten in den Fokus der Öffentlichkeit.