07 April 2026, 04:06

Immer mehr Kinder starten unvorbereitet in Bergisch Gladbachs Schulen

Kinder vor einem Gebäude mit blühenden Pflanzen und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel, einige halten Schulranzen.

Immer mehr Kinder starten unvorbereitet in Bergisch Gladbachs Schulen

Immer mehr Kinder in Bergisch Gladbach beginnen die Schule ohne grundlegende Fähigkeiten, die sie früher im Kindergarten erlernt haben. Probleme wie selbstständiges Anziehen, der Umgang mit Scheren oder sogar die Sauberkeitserziehung sind mittlerweile häufige Herausforderungen. Gleichzeitig belasten größere Klassen und eine steigende Zahl von Kindern mit Lernschwierigkeiten die Schulen zusätzlich.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt sich ein deutlicher Wandel bei der Schulfähigkeit der Kinder. Rund 25 Prozent der Schulanfänger weisen behandlungsbedürftige Sprachauffälligkeiten auf, was zu höheren Wiederholerquoten führt. Personalmangel in Kitas und Unterbrechungen in der Notbetreuung führen dazu, dass viele Kinder wichtige frühe Förderangebote verpassen – ihre Entwicklung verzögert sich bereits, bevor sie überhaupt die Schule erreichen.

Die Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit wachsenden Klassenstärken, in denen teilweise 29 Schüler sitzen – viele von ihnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die flexible Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen ermöglicht es Kindern, diese Stufe in ein, zwei oder sogar drei Jahren zu durchlaufen, wobei das dritte Jahr offiziell nicht als Wiederholung zählt. Manuel Blum, Schulleiter der Concordia-Schule in Schildgen, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Kinder, die die vollen drei Jahre für den Übergang benötigen.

Um diese Lücken zu schließen, wurden vorsschulische Bildungsinhalte in den frühen Schulunterricht integriert. Nun werden Grundlagen wie Reime, Silben und Formen erkannt – Themen, die früher im Kindergarten behandelt wurden. Gleichzeitig müssen Schulleitungen die Klassenbildung sorgfältig planen und Zweitklässler im Blick behalten, die Gefahr laufen, nicht versetzt zu werden. Die Belastung ist spürbar: Die Zahl der Nichtversetzungen in Bergisch Gladbach stieg von 40 im Schuljahr 2021/22 auf 67 im aktuellen Schuljahr.

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Das Ergebnis ist ein System unter Druck. Immer mehr Erstklässler kommen unvorbereitet in die Schule, was zu größeren Klassen und höheren Wiederholerquoten führt. Die Schulen passen sich an, doch die Herausforderungen wachsen weiter.

Die Zahl der Kinder, die in Bergisch Gladbach eine Klasse wiederholen müssen, ist deutlich gestiegen. Die Schulen reagieren mit einer Verlängerung der Eingangsphase und der Verankerung vorsschulischer Fähigkeiten im Unterricht. Doch da die Unterstützung in den Kitas nach wie vor ungleichmäßig ist und die Klassen weiter wachsen, bleibt der Bedarf an gezielter Frühförderung hoch.

Quelle