Illegale Müllmafia in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll und Goldfunde im Auto des Drahtziehers
Mila WalterIllegale Müllmafia in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll und Goldfunde im Auto des Drahtziehers
Ein Abfallhändler aus Unna ist angeklagt, illegale Müllentsorgungsgeschäfte betrieben und Betrug begangen zu haben. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen ermitteln seit über 18 Monaten gegen ein kriminelles Netzwerk. Der Gruppe wird vorgeworfen, gefährliche Abfälle illegal entsorgt und Unterlagen gefälscht zu haben, um die Straftaten zu vertuschen.
Bei einer Razzia fanden die Ermittler 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände im Auto des Angeklagten. Dieser sitzt seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.
Der Beschuldigte stand bereits früher in Verbindung mit der illegalen Entsorgung von Abfällen aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen. Seit Januar 2024 wird ihm und seinen Komplizen vorgeworfen, gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert zu haben, um Kunden und Behörden zu täuschen.
Ein besonders schwerwiegender Vorfall betraf 23.000 Tonnen belastete Erde, die auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze illegal abgelagert wurden. Die Ermittlungen deuten zudem darauf hin, dass weitere Standorte betroffen sein könnten, darunter auch der Tagebau Garzweiler.
Die Stadt Gelsenkirchen leitet nun rechtliche Schritte ein, um Abfallerzeuger und -lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Verantwortung zu ziehen. Die Vorwürfe gegen den Händler umfassen den Betrieb illegaler Abfallanlagen, den unerlaubten Umgang mit Gefahrstoffen sowie organisierten Betrug.
Zahlreiche Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen stehen unter Verdacht, in die Machenschaften verwickelt zu sein, doch wurden in den aktuellen Ermittlungen keine konkreten Unternehmen namentlich genannt. Neben den bereits bekannten Fällen wurden keine neuen illegale Deponien oder Lagerstätten entdeckt.
Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen vorzugehen. Der Angeklagte bleibt weiterhin in Haft, während die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Netzwerks und der möglichen Umweltschäden fortgesetzt werden.