18 March 2026, 00:13

Hessen reformiert Kita-Betreuung: Mehr Geld, aber auch Streit um Qualitätsstandards

Ein offenes, abgenutztes Buch mit dem Titel "Die Pflege von Kindern" in Schreibschrift, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit leicht zerfransten Seitenrändern.

Hessen reformiert Kita-Betreuung: Mehr Geld, aber auch Streit um Qualitätsstandards

In Hessen hat ein neues Gesetz zur frühkindlichen Bildung (KiBiz) einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Familienministerin Josefine Paul und führende Träger von Kitas unterzeichneten heute eine Vereinbarung zu den zentralen Grundsätzen der Reform. Diese verspricht mehr Finanzmittel und Veränderungen in der Organisation der Kinderbetreuung – doch nicht alle sind mit den Plänen zufrieden.

Die Einigung sieht ein neues Kernzeitmodell für Kitas vor. Demnach müssen Kinder mindestens fünf Stunden täglich von qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern betreut werden. Außerhalb dieser Kernzeiten können andere Mitarbeiter die Betreuung übernehmen. Das Modell erlaubt zudem größere Gruppengößen, was die Landesregierung als Gewinn an Flexibilität bewirbt.

Um die Umstellung zu unterstützen, wird das Land im kommenden Jahr zusätzliche 200 Millionen Euro bereitstellen. Davon fließen jährlich mindestens 50 Millionen Euro in die Einstellung neuen Personals. Die restlichen Mittel sollen die finanziellen Belastungen der Träger während der Reformphase abfedern. Ministerin Paul bezeichnete die Unterzeichnung als ein entscheidendes Signal des Fortschritts.

Doch es gibt bereits Kritik. Kommunen halten die Förderung für unzureichend, während Eltern und Gewerkschaften das Kernzeitmodell ablehnen. Sie warnen, dass größere Gruppen und weniger Fachpersonal die Betreuungsqualität verschlechtern könnten. Das Ministerium plant, bis Ende dieses Jahres einen vollständigen Gesetzentwurf vorzulegen; die Verabschiedung des neuen Gesetzes ist für 2027 vorgesehen.

Die Vereinbarung markiert den Beginn eines tiefgreifenden Wandels im hessischen Betreuungssystem. Mit 200 Millionen Euro Extra-Mitteln erhalten die Träger mehr Spielraum – doch die Debatten über Personalausstattung und Gruppengößen werden voraussichtlich anhalten. Das finale Gesetz wird zeigen, wie sich diese Änderungen in den Kitas des Landes auswirken.

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