31 May 2026, 04:07

Große Grüne Mauer: Warum Afrikas Klimaprojekt ins Stocken gerät

Kohlenstoff-Ausgleich in ariden Gebieten hilft nicht beim Kampf gegen den Klimawandel - Die Große Grüne Mauer zeigt warum?

Große Grüne Mauer: Warum Afrikas Klimaprojekt ins Stocken gerät

Die Große Grüne Mauer: Fortschritte stocken im Kampf gegen Wüstenbildung in Afrikas Sahelzone

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Das Projekt Große Grüne Mauer (GGW) sieht sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert, wenn es darum geht, degradierte Flächen in der afrikanischen Sahelregion wiederherzustellen. Mit ehrgeizigen Zielen gestartet, soll die Initiative bis 2030 100 Millionen Hektar Land revitalisieren und 250 Millionen Tonnen CO₂ binden. Doch die Fortschritte bleiben hinter den Erwartungen zurück – vor allem wegen ungelöster finanzieller und institutioneller Hürden.

Ursprünglich konzipiert, um Wüstenbildung und Klimawandel durch Aufforstung in trockenen und halbtrockenen Gebieten entgegenzuwirken, zeigt sich inzwischen: Die Kohlenstoffspeicherung durch Baumpflanzungen in diesen Regionen ist begrenzt. Die Überlebensrate der Setzlinge bleibt gering, was die Wiederaufforstungsbemühungen in den Partnerländern verlangsamt.

2021 wurde mit dem Great Green Wall Accelerator (GGWA) ein Programm ins Leben gerufen, um die Landrestaurierung zu beschleunigen und grüne Arbeitsplätze zu schaffen. Dennoch harren zentrale Vorhaben der Umsetzung: So existiert die geplante „Great Green Wall Carbon Bank“, die Kohlenstofffinanzierungen anziehen sollte, nach einem Jahrzehnt der Diskussionen noch immer nur auf dem Papier. Eine stabile institutionelle Struktur, die Kohlenstoffmärkte fördert und Absicherungen bietet, fehlt nach wie vor.

Zwar nehmen Kompensationsprojekte für CO₂-Emissionen durch Baumpflanzungen in Trockengebieten zu, doch ihre Wirksamkeit ist fraglich. Studien zufolge führen nur 12 Prozent der bestehenden CO₂-Zertifikate aus solchen Projekten tatsächlich zu realen Emissionsreduktionen. Experten fordern, diese Grenzen bei der Klimastrategie für die Region stärker zu berücksichtigen.

Die Ziele der GGW – die Wiederherstellung riesiger Landflächen und die CO₂-Bindung – stoßen weiterhin auf Hindernisse. Ohne bessere Überlebensraten der Setzlinge, eine funktionierende Kohlenstoffbank oder stärkere institutionelle Unterstützung könnte der Einfluss des Projekts begrenzt bleiben. Die aktuellen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Aufforstung in ariden Zonen nur geringe Klimavorteile bringt – ein strategisches Umdenken ist gefragt.

Quelle