GLS Bank verliert DKP als Kunden nach Kontoschließungen politischer Gruppen
Anna SchmitzGLS Bank verliert DKP als Kunden nach Kontoschließungen politischer Gruppen
Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten politischer Gruppen massiv in der Kritik und hat damit landesweite Proteste ausgelöst. Die Entscheidungen der Bank führten zu einem offenen Brief der Initiative „Stop Debanking“, der von einem breiten Bündnis von Organisationen unterstützt wird. Nun hat mit der DKP ein wichtiger Kunde die Zusammenarbeit mit der GLS Bank vollständig beendet – mit der Begründung, das Vertrauen sei unwiederbringlich zerstört.
Der Streit begann, als die GLS Bank Konten mehrerer Gruppen kündigte, darunter der Roten Hilfe. Zwar betonte die Bank, die Schließungen seien aufgrund rechtlicher und regulatorischer Vorgaben erfolgt – und nicht aus politischer Voreingenommenheit –, doch die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf. In einem offenen Brief, unterzeichnet von Organisationen wie Robin Wood, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und Gliederungen der Linken, wurde mehr Transparenz und Rechenschaftsforderung gefordert.
Die GLS Bank reagierte mit Gesprächen mit betroffenen Kunden und riet ihnen, Transaktionen zu vermeiden, die weitere Prüfungen auslösen könnten. Unterdessen wurden die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank später wieder freigeschaltet, und die Sparkasse Göttingen wurde gerichtlich verpflichtet, deren Konten vorläufig offen zu halten.
Auf der Mitgliederversammlung der Bank stimmten 676 von 720 Anwesenden für die Bestätigung des dreiköpfigen Vorstands, wobei Aysel Osmanoğlu nicht mehr als Sprecherin aufgeführt war. Auch der Aufsichtsrat, dem die scheidende Vorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath angehört, erhielt starke Unterstützung. Trotz der internen Rückendeckung kündigte die DKP an, sich von der GLS Bank zu trennen und stattdessen zu öffentlichen Sparkassen zu wechseln.
Banken sind gesetzlich verpflichtet, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden – eine Regelung, auf die sich die GLS Bank in ihrer Verteidigung berief. Dennoch suchen einige Kunden inzwischen nach Alternativen.
Die Kontroverse hat die Kundschaft der GLS Bank verändert, wobei der Abgang der DKP einen deutlichen Bruch markiert. Zwar verfügt die Bank weiterhin über regulatorische und interne Unterstützung, doch die Kontoschließungen treiben einige Organisationen in die Arme öffentlicher Sparkassen. Die Konten der Roten Hilfe bleiben vorerst aktiv – doch die grundsätzliche Debatte über Bankenwesen und politische Neutralität geht weiter.
