08 February 2026, 10:13

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Kölner Wohnungsnot und Karnevalsflair

Ein Paradewagen mit Statuen, Blumen und Texttafeln, der eine Straße mit Laternenmasten, Gebäuden, Bäumen und einem bewölkten Himmel entlangfährt.

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Kölner Wohnungsnot und Karnevalsflair

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsstimmung

Die Kölner Geisterparade hat ihr 35-jähriges Bestehen mit einer lebendigen Mischung aus Protest und Feier begangen. Was einst als Antikriegsdemonstration begann, ist heute eine Verbindung aus politischem Aktivismus und karnevalistischer Ausgelassenheit. Das diesjährige Motto rückt die Wohnungsnot der Stadt in den Fokus und lockte Tausende in kreative Kostüme und mit fantasievollen Wagen auf die Straßen.

Die Parade startete 1991 als Protest gegen den Golfkrieg und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem alternativen Kölner Karneval, der seine Botschaften stets an aktuelle Themen anpasst. Der diesjährige Spruch "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" (Es ist höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen) spiegelt die wachsende Sorge über steigende Mieten und Wohnungsmangel wider.

Teilnehmende verkleideten sich als Geister, Hexen und Fabelwesen, einige trugen selbstgemachte Schilder mit Bezügen zur Wohnungsmisere. Zu den Wagen gehörten die "Schnappviecher" und ein riesiger Tintenfisch aus recycelten Plastikflaschen. An der Spitze des Zuges marschierte Erich Hermans, Mitbegründer des Vereins "Ähzebär un Ko e.V.", verkleidet als Maskottchen der Parade, der "Ähzebär". Er ist seit den Anfängen der Veranstaltung dabei.

Die Parade blieb für alle offen und förderte sowohl politischen Ausdruck als auch karnevalistische Stimmung. Nach einem Umzug durch die Kölner Stadt endete sie am "Odonien", wo Live-Musik und Auftritte die Feier bis tief in die Nacht verlängerten.

Die Geisterparade bleibt im Wandel – sie verbindet Protest mit Festlichkeit und lenkt jedes Jahr die Aufmerksamkeit auf drängende Themen, während sie die Kölner Tradition des alternativen Karnevals am Leben erhält. Die diesjährige Ausrichtung auf Wohnungspolitik unterstreicht ihre Doppelfunktion als kulturelles Ereignis und Plattform für gesellschaftliche Debatten."