Garzweiler-Hinterlassenschaften: Gemeinden kämpfen um Milliarden-Fonds für Bergbauschäden
Mila WalterGarzweiler-Hinterlassenschaften: Gemeinden kämpfen um Milliarden-Fonds für Bergbauschäden
Gemeinden in der Nähe des Braunkohletagebaus Garzweiler drängen auf eine staatlich gestützte Lösung, um die langfristigen Kosten durch Bergbauschäden abzusichern. Jahre nach dem Ende des Kohleabbaus stehen betroffene Orte wie Keyenberg und Immerath vor anhaltenden Belastungen – von Rissen in Häusern bis zu absackendem Boden. Noch immer laufen Verhandlungen über einen milliardenschweren Fonds, doch eine Einigung steht weiterhin aus.
Der Betrieb des Tagebaus Garzweiler hat das Grundwasser weit unter das natürliche Niveau abgesenkt und setzt damit nahegelegene Wohnhäuser Risiken aus. In Bedburg sind am Haus von Richard Berrendorf bereits Setzrisse aufgetreten, die mit dem gesunkenen Grundwasserspiegel in Verbindung stehen. Der Erftverband warnt, dass sich das Grundwasser erst bis zum Jahr 2100 erholen könnte.
Lokale Verantwortliche fordern strengere Schutzmaßnahmen. Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach verlangt, dass der neue Braunkohleplan klare Regelungen zur Grundwasserbewirtschaftung und zum Hochwasserrisiko enthält. Gleichzeitig hat RWE Signalbereitschaft gezeigt, über "ewige Kosten" zu verhandeln – allerdings erst, sobald die Politik offizielle Gespräche aufnimmt.
Bis Anfang 2026 blieb die Diskussion über eine Stiftung zur Bewältigung dieser Langzeitfolgen ohne Ergebnis. RWE und Nordrhein-Westfalen hatten zwar Ende 2025 vereinbart, ein milliardenschweres Modell zu prüfen, doch die betroffenen Gemeinden warten weiterhin auf konkrete Schritte.
Ohne eine finale Vereinbarung drohen den Orten rund um Garzweiler Jahrzehnte der Unsicherheit. Die Grundwasserabsenkung und strukturelle Schäden werden noch lange nach dem Ende des Bergbaus nachwirken. Ein staatlich überwachter Fonds könnte diese Kosten irgendwann decken – doch bisher ziehen sich die Verhandlungen hin.