01 January 2026, 12:07

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt vorerst ein verlorenes Wahrzeichen der Stadt

Mehrere Backsteingebäude mit Schüssenantennen und Klimaanlagen vor einem Hintergrund aus Bäumen und Himmel.

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt vorerst ein verlorenes Wahrzeichen der Stadt

Fernsehtürme in Deutschland waren einst beliebte Attraktionen mit Aussichtsplattformen, Restaurants und Nachtclubs. Viele stehen heute verlassen da – darunter auch der ikonische Frankfurter 'Ginnheimer Spargel', der bereits 1999 geschlossen wurde. Streitigkeiten um Eigentumsrechte und Finanzierung lassen Pläne zur Wiedereröffnung seit Jahren in der Schwebe.

Ursprünglich hatte die Bundespost, die Vorgängerin der Deutschen Telekom, die Türme für wichtige Mikrowellen-Richtfunkstrecken errichtet. Heute werden Signale über Glasfaserkabel oder Satelliten übertragen, sodass die Bauwerke ohne zahlende Mieter dastehen. Eigentümerin ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG), eine Tochter der Deutschen Telekom – nicht die Kommunen.

Eine Machbarkeitsstudie bezifferte die Kosten für die Wiedereröffnung des 338 Meter hohen Frankfurter 'Ginnheimer Spargels' auf 50 Millionen Euro. Die Bundesregierung bot an, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, wenn sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die andere Hälfte teilten. Doch die Verhandlungen stockten, und die DFMG geht mittlerweile davon aus, dass der Turm geschlossen bleibt – denn die Bundesförderung läuft Ende 2025 aus.

Auch verschärfte Sicherheitsvorschriften zwangen viele Türme zur Schließung. Nur noch vier – in Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Stuttgart – sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Münchner Turm wird derzeit saniert, während Hamburg und Dresden nach der Zusage von Bundesfördergeldern kurz vor der Wiedereröffnung stehen.

Die DFMG hat unter dem Namen GD Towers Investoren ins Boot geholt, doch für den Frankfurter Turm sieht das Unternehmen kaum noch Hoffnung. Ohne eine Einigung zwischen Land und Stadt bleibt das Projekt auf Eis.

Angesichts des Finanzstreits und des drohenden Wegfalls der Bundesmittel scheint eine Wiedereröffnung des 'Ginnheimer Spargels' unwahrscheinlich. Andere Städte haben ihre Türme erfolgreich reaktiviert, doch Frankfurts Wahrzeichen steckt in einem Dilemma aus Eigentumsfragen und finanziellen Hürden fest. Ob es doch noch eine Lösung gibt, hängt davon ab, ob die Verantwortlichen vor Ort sich rechtzeitig auf eine Kostenbeteiligung einigen können – bevor die Zeit davonläuft.