Evonik prüft Millionen-Entschädigung wegen neuer US-Zölle auf EU-Exporte
Maximilian MaierEvonik prüft Millionen-Entschädigung wegen neuer US-Zölle auf EU-Exporte
Deutscher Chemiekonzern Evonik prüft Folgen der US-Zölle für sein Geschäft
Der deutsche Chemiekonzern Evonik bewertet derzeit die Auswirkungen der jüngsten US-Zölle auf seine Aktivitäten. Zwar bleibt die direkte Betroffenheit aufgrund der lokalen Produktion in den USA begrenzt, doch das Unternehmen prüft mögliche Entschädigungsforderungen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der angespannten Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA, nachdem seit Juli 2025 auf wichtige Exportgüter ein Zollsatz von 15 Prozent erhoben wird.
Das am 27. Juli 2025 in Kraft getretene Zollabkommen zwischen der EU und den USA sah eine pauschale Abgabe von 15 Prozent auf die meisten europäischen Exporte in die USA vor – darunter Pharmaprodukte, Halbleiter und Komponenten für grüne Technologien. Das Abkommen wurde jedoch am 24. Februar 2026 ausgesetzt, offiziell wegen rechtlicher Unsicherheiten und mangelnder Klarheit.
Evonik, das in den USA über eigene Produktionsstätten verfügt, verzeichnet zwar nur geringe direkte Beeinträchtigungen durch die Zölle. Dennoch prüft das Unternehmen nun, ob es Entschädigungsansprüche geltend machen wird – möglicherweise in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags. Konkrete Summen wurden zwar nicht genannt, doch das Unternehmen bestätigte, dass die Prüfung läuft.
Über die mögliche finanzielle Entlastung hinaus könnten die Zölle Evonik indirekt begünstigen, indem sie den Wettbewerb durch chinesische Konkurrenten verringern. Das Unternehmen setzt sich weiterhin für offene Märkte und faire Handelsbedingungen ein und betont die Bedeutung stabiler internationaler Wirtschaftsbeziehungen.
Ungewiss bleibt, ob Evonik mit seiner Forderung erfolgreich sein wird. Im Erfolgsfall könnten die Mittel zumindest einen Teil der Handelsbelastungen ausgleichen, denen sich europäische Chemieproduzenten gegenübersiehen. Gleichzeitig sorgt die Aussetzung des EU-US-Zollabkommens für Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen – Unternehmen warten nun auf weitere politische Weichenstellungen.






