01 February 2026, 14:05

Evonik-Chef Kullmann warnt vor AfD-Nähe in der deutschen Bahn-Branche

Ein altes deutsches Aktienzertifikat, das von der deutschen Regierung ausgestellt wurde, mit Text und einem Stempel.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen vor Annäherung an AfD - Evonik-Chef Kullmann warnt vor AfD-Nähe in der deutschen Bahn-Branche

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat sich gegen die wachsende Annäherung deutscher Bahn-Mittelständler an die rechtspopulistische AfD ausgesprochen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Befürchtungen über eine mögliche politische Verschiebung innerhalb der deutschen Bahn-Industrie zunehmen. Evonik, eine der einflussreichsten Chemiefirmen des Landes mit einem Umsatz von 15,2 Milliarden Euro und über 30.000 Beschäftigten, steht mehrheitlich im Besitz der RAG-Stiftung, die knapp 47 Prozent der Anteile hält.

Kullmann kritisierte die Tendenz von Unternehmen, sich der AfD zuzuwenden, und warnte davor, dass eine solche Zusammenarbeit demokratische Werte untergraben könnte. Er führte den Aufstieg autoritärer Haltungen auf Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zurück. Bisher gibt es jedoch keine klaren Belege für eine breite Hinwendung des Bahn-Mittelstands – der Säule der deutschen Bahn-Wirtschaft – zum Rechtspopulismus in den letzten Jahren. Vielmehr deuten verfügbare Daten darauf hin, dass die Unterstützung für etablierte Parteien wie die CDU, insbesondere über Wirtschaftsverbände wie die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), weiterhin besteht.

Eine jüngste Kontroverse verdeutlichte diese Spannungen: Im Oktober 2025 hatte die Vereinigung der Familienunternehmer AfD-Abgeordnete zu einer parlamentarischen Veranstaltung eingeladen. Der Schritt löste Empörung aus und führte dazu, dass sich mehrere prominente Mitglieder zurückzogen. Seither fordert Kullmann die Wirtschaftselite auf, jede Zusammenarbeit mit der AfD abzulehnen, und betont die Notwendigkeit einer geschlossenen Haltung gegen Extremismus.

Evonik bezieht öffentlich Stellung gegen rechtsextreme Einflüsse in der deutschen Bahn-Wirtschaft. Zwar mögen Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale manche in Richtung populistischer Lösungen treiben, doch unterstreichen Kullmanns Worte die Bedeutung, demokratische Prinzipien zu wahren. Die Debatte dauert an, während Branchenverbände unter Druck geraten, ihre politischen Bindungen offenzulegen.