06 February 2026, 22:16

Düren deckt Kindergeldbetrug auf – und holt Zehntausende zurück

Eine alte Werbung für die Germania Feuerversicherungs-AG, die ein zentrales Bild einer Frau zeigt, mit Texten, die die Dienstleistungen der Gesellschaft beschreiben.

Düren deckt Kindergeldbetrug auf – und holt Zehntausende zurück

Düren geht als eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen gegen Kindergeldbetrug vor – und setzt dabei auf eine neue Initiative. Das Projekt "MISSIMO" bündelt die Kräfte von Kommunalbehörden, Polizei und Finanzämtern, um Familien zu identifizieren, die zu Unrecht Leistungen beziehen. Erste Erfolge zeigen: Das Programm bringt bereits verlorene Gelder zurück und verhindert weitere Verluste.

Im Fokus stehen Familien, bei denen der Verdacht besteht, dass sie keinen Anspruch mehr auf Kindergeld haben. Dazu zählen Fälle, in denen Kinder Deutschland für mehr als sechs Monate verlassen haben oder Familien nicht mehr im Land leben. Die Behörden prüfen Schulunterlagen, Arzttermine und Meldebescheinigungen, um Ungereimtheiten aufzudecken.

In der ersten Phase stießen die Ermittler auf 13 Fälle mit 32 Kindern, die an ihren gemeldeten Wohnsitzen nicht auffindbar waren. Daraufhin wurden Rückforderungen in Höhe von 16.000 Euro ausgelöst und zukünftige Zahlungen im Wert von über 100.000 Euro gestoppt. Alle Fälle werden nun auf mögliche Steuerhinterziehung geprüft, da der betrügerische Bezug von Sozialleistungen in Deutschland eine Straftat darstellt.

Das Projekt funktioniert durch die enge Zusammenarbeit von Familienkasse, örtlicher Polizei, Jobcenter und Stadtverwaltung. Bis Anfang 2026 hatten sich bereits 142 Kommunen in Nordrhein-Westfalen der Initiative angeschlossen. Die Verantwortlichen betonen, dass die Maßnahme ehrliche Steuerzahler schützen soll – während diejenigen, die das System ausnutzen, konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.

In Düren zeigt "MISSIMO" bereits greifbare Erfolge: Gelder werden zurückgeholt, Missbrauch verhindert. Mit der Ausweitung des Projekts auf weitere Städte rechnen die Behörden mit einer noch breiteren Aufdeckung von Betrugsfällen. Die Initiative wächst weiter – die Ermittlungen zu den bisher identifizierten Fällen laufen noch.